Europäischer Vergleich: Deutschlands Finanzplaner gut ausgebildet trotz unternehmerischer Baustellen

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass sich deutsche Finanzplaner für ausreichend ausgebildet halten, um ihre Kunden hier zu beraten (72 Prozent). Insgesamt trifft dies bei den EFPA-Mitgliedern nur auf 61 Prozent zu. „Das verdeutlicht meines Erachtens den relativ hohen und qualitativ guten Ausbildungsstand der FPSB-Professionals hierzulande“, so Tilmes.

Millenials als Kundengruppe der Zukunft

Ein weiterer spannender Themenkomplex sind die Millennials, also die zwischen 1980 und 2000 Geborenen. Sie könnten in 2020 über ein Vermögen von 24 Billionen Dollar verfügen und werden damit zu einem sehr einflussreichen Kundensegment im Finanzbereich.

Jedoch haben sie an den Kunden der deutschen Professionals lediglich einen Anteil von 14 Prozent, während diese Gruppe laut dem Statistikportal Statista auf einen Anteil von 20 Prozent an der Gesamtbevölkerung kommt.

Entsprechend scheinen sich deutsche Finanzplaner der künftigen Bedeutung der Millennials bewusst zu sein. Deutschland ist das Land, das die breiteste Palette an Möglichkeiten nutzt, um diese Zielgruppe anzusprechen.

Digitale Vermögensverwaltung ist nicht so etabliert wie erwartet

Ein weiteres Thema, das an Bedeutung gewinnt, ist die digitale Vermögensverwaltung, das Robo Advisory. Trotz der immer wieder genannten hohen Zuwachsraten gaben allerdings nur 35 Prozent der EFPA-Mitglieder an, sich mit der Entwicklung eines Robo Advisors zu beschäftigen, 65 Prozent verneinten dies.

Für Deutschland lagen die Zahlen auf ähnlichem Niveau. Soweit es um die Vorteile geht, stehen sowohl hierzulande wie auch international die Einsparungen von Kosten und die Verfügbarkeit ohne zeitliche Einschränkungen im Vordergrund. Die größten Nachteile sehen die meisten Finanzplaner im fehlenden Verständnis für die Bedürfnisse des Kunden und dessen emotionaler Situation.

„Nur ein kleiner Ausschnitt“

„Die genannten Ergebnisse sind allerdings nur ein kleiner Ausschnitt aus der gesamten Umfrage“, so Tilmes. „Diese hält noch sehr viel weitere wichtige und tiefgreifende Erkenntnisse bereit.“

Die European Financial Planning Association (EFPA) führt unter rund 1.500 zertifizierten Finanzberatern aus sechzehn europäischen Ländern im Frühjahr durchgeführten repräsentativen Umfrage durch, bei der aus Deutschland 150 Fragebögen ausgewertet wurden. Alle befragten Finanzberater besitzen mindestens eine der drei EFPA-Zertifizierungen, also EIP, EFA oder EFP/CFP®.

Foto: Shutterstock

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