12. Juni 2019, 14:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sachwerte-Vertrieb: Diskriminierung per Gesetz

Die Grenze für „Schwarmfinanzierungen“, die ohne Prospekt erlaubt sind, steigt auf sechs Millionen Euro. Damit treten sie noch stärker als bisher in direkte Konkurrenz zu den regulären Emissionen und deren Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

Loewer-003-Cash-Format in Sachwerte-Vertrieb: Diskriminierung per Gesetz

„Wenn die Politik eine Untergrenze für die Prospektpflicht will, um kleine Emittenten zu entlasten, muss dies unabhängig vom Vertriebsweg sein.”

Der Bundesrat hat am Freitag das „Gesetz zur weiteren Ausführung der EU-Prospektverordnung und zur Änderung von Finanzmarktgesetzen“ verabschiedet. Damit hat das Gesetzespaket die letzte Hürde genommen.

Hauptsächlich geht es darin um die Anpassung der Vorschriften für Wertpapierprospekte an die EU-Vorgaben. Emissionen bis zu acht Millionen Euro bleiben demnach weiterhin ohne Prospektpflicht und benötigen ab einer Million Euro Platzierungsvolumen lediglich ein maximal drei Seiten umfassendes Wertpapierinformationsblatt (WIB).

Auch Emission von Genussrechten

Daneben sind unter anderem Änderungen bei „Schwarmfinanzierungen“ enthalten, also für Crowd-Investments nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG). Die Höchstgrenze für das Volumen solcher Emissionen, die ebenfalls ohne einen ausführlichen Prospekt erfolgen dürfen, steigt von 2,5 auf sechs Millionen Euro. Zudem können künftig auch Genussrechte so angeboten werden.

Erforderlich ist dann ebenfalls nur ein Dreiseiter, der in diesem Fall „Vermögensanlageninformationsblatt“ (VIB) heißt. Voraussetzung ist zudem, dass der Vertrieb ausschließlich über eine Internet-Dienstleistungsplattform erfolgt.

Die Crowd-Investments treten damit noch stärker als bisher in direkte Konkurrenz zu den prospektpflichtigen Vermögensanlagen und letztlich auch zu alternativen Investmentfonds (AIFs). Schließlich ist bei dem üblichen Fremdkapitalanteil damit künftig die Finanzierung von Projekten bis zu einer Größenordnung um 20 Millionen Euro ohne Prospekt möglich. Zudem wurde die maximale Investitionssumme pro Anleger bei den VIB- (und auch bei den WIB-) Emissionen von 10.000 auf 25.000 Euro erhöht.

Seite 2: Maximum bezogen auf Vermögen unverändert

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Sparda Bank baut Versicherungsangebot aus und warnt vor Techunternehmen

Der Mangel an bezahlbaren Immobilienangeboten, höhere Kosten für gesetzliche Regulatorik, verändertes Kundenverhalten und das Drängen weiterer Anbieter in die traditionelle Bankenbranche waren in 2018 die Herausforderungen, denen sich die Sparda-Bank Baden-Württemberg stellen musste. Neben den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2018 verkündete der Vorstand auf der Vertreterversammlung in der Stuttgarter Liederhalle einige Neuerungen, wie die Gründung einer neuen Versicherungsgesellschaft und die Möglichkeit eines digitalen Baufinanzierungsprozess.

mehr ...

Immobilien

Entwurf zur Grundsteuer benötigt Reform des Grundgesetzes

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) appelliert in seinem Gesetzentwurf zur Reform der Grundsteuer an die Kommunen, ihre Hebesätze nach der Reform zu senken, um einen Anstieg der Steuerbelastung zu vermeiden.

mehr ...

Investmentfonds

Warum die Börse kein Spielkasino ist

Geld an der Börse anzulegen, halten viele Deut- sche für unseriös. Eine der wohl hartnäckigsten Vorurteile: An den Börsen sind ausschließlich Zocker unterwegs. Sie sei deswegen einem Spielcasino gleichzusetzen. Sparer fürchten sich vor den unvorhersehbaren Risiken, wenn sie ihr Geld in Aktien anlegen. Die Wahrscheinlichkeit für Verluste schätzen die Deutschen als sehr hoch ein. 

mehr ...

Berater

“Mietpreisdeckel trägt nicht zur Verbesserung der Wohnraumsituation bei

Nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) tragen Mietpreisdeckel nicht zur nachhaltigen Verbesserung der Wohnraumsituation bei.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Berliner Senat berät über Verbot von Mieterhöhungen

Bleibt Mietern in Berlin fünf Jahre lang eine Mieterhöhung erspart? Der rot-rot-grüne Senat berät ein Eckpunktepapier, das in ein Gesetz münden könnte. Doch es gibt viele Zweifler.

mehr ...