Home sweet Home – Mit Beratung ins Eigenheim

Foto: Swiss Life
Dr. Matthias Wald, Swiss Life

Kinderbetreuung, Lockdown, Home-Office: Wir alle haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Zeit daheim verbracht als sonst. Entsprechend ist die Sehnsucht der Deutschen nach einem Eigenheim ungebrochen. Viele wünschen sich, in die eigene Immobilie einzuziehen. Fehlende finanzielle Mittel lassen diesen Traum trotz niedriger Zinsen aber vermehrt platzen. Hier sind wir als Branche gefordert, unseren Kunden aufzuzeigen, wie das notwendige Eigenkapital aufgebaut werden kann. Die Wald-Kolumne

Selbstbestimmt im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu leben, ist ein Zugewinn an Lebensqualität. Veränderungen können hier einfach durchgeführt werden – fernab von Sorgen über eine mögliche Mieterhöhung durch den Vermieter. Verständlich also, dass der Großteil der Bevölkerung von den eigenen vier Wänden träumt. Das bestätigt auch eine aktuelle, von uns in Auftrag gegebene Studie: Ein gemütliches Häuschen mit Garten oder eine zentrale Stadtwohnung – mehr als zwei Drittel der Befragten träumt von den eigenen vier Wänden, aber der Hälfte davon fehlt es am nötigen Kapital. 

Es ist dabei die Aufgabe von uns Vermittlern, die Menschen – trotz aller Widrigkeiten – in die eigenen vier Wände zu bringen. Das gelingt nur durch eine individuelle, strategische Finanzplanung zum Aufbau von Eigenkapital, durch Unterstützung bei der Suche nach dem richtigen Objekt und der passenden Finanzierung sowie durch eine fundierte Beratung zu Fördermöglichkeiten in Sachen nachhaltiges Bauen und Modernisierung.

Deutschland: Land der Mieter

Nirgends sonst in der EU wohnen so wenige Menschen in der eigenen Immobilie wie in der Bundesrepublik. Der Haus- und Wohnungskauf vor allem in der jüngeren Generation scheitert häufig an den stetig steigenden Immobilienpreisen und den sich permanent verändernden Lebensumständen. Paradox: Gerade unter den Jüngeren ist der Traum vom Eigenheim besonders groß.

Unsere Studie hat gezeigt: Je jünger die Befragten, desto größer ihr Wunsch nach dem Eigenheim. Ganze 87 Prozent der 18- bis 29-Jährigen wünschen sich eine eigene Immobilie. Das hat vielfältige Gründe: Die Menschen erhoffen sich eine höhere Lebensqualität, mehr Selbstbestimmung und einen wichtigen Baustein für ihre Altersvorsorge. Aber auch die rasant steigenden Mieten sprechen für den Immobilienerwerb: Ein Drittel der Studienteilnehmer gab als Hauptgrund für den Immobilienerwerb die aktuell hohen Mieten an. Für Vermittler ergeben sich hieraus vielfältige Chancen. Sie sollten ihren Kunden in einem Beratungsgespräch aufzeigen, wieviel sie auf ein ganzes Leben hochgerechnet für die Miete aufbringen und ob der Erwerb einer eigenen Immobilie nicht die cleverere Alternative wäre.

Denn, auch das hat unsere Studie gezeigt: Der Bedarf an persönlicher, individueller Beratung ist höher denn je. Zwei Drittel der Befragten wünscht sich einen persönlichen Berater. Nicht nur in Sachen Eigenheim, sondern auch bei Immobilien als Kapitalanlage suchen Menschen in Deutschland professionellen Rat. Für 70 Prozent der Befragten unserer Studie kommen im Rahmen ihrer Altersvorsorgeüberlegungen Immobilien als Kapitalanlage in Frage. Vermittler sollten daher auch dieses Thema im Beratungsgespräch proaktiv ansprechen.

Green Building

In Zeiten des Klimawandels entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, ihr Leben „nachhaltiger“ zu gestalten. Dazu gehört auch das nachhaltige Bauen von Häusern. So fördert zum Beispiel die KfW nachhaltige Bauvorhaben und vergibt Darlehen nach dem sogenannten KfW-Effizienzhaus-Standard. Natürlich ist eine derartige Förderung an Bedingungen geknüpft und somit ein Nachweis über die Nachhaltigkeit der Bauweise erforderlich.

„Grüne Darlehen“ sind oft zinsgünstiger, erfordern aber Auflagen, die zusätzliche Kosten verursachen können. Der umweltschonende Hausbau zahlt sich dennoch aus. Durch moderne Baumaßnahmen können zum Beispiel langfristig Strom- und Heizkosten eingespart werden. Grundsätzlich gilt: Je „grüner“ eine Immobilie, desto höher auch das gewährte Darlehen der KfW. Vermittler sollten dieses Thema aktiv in Beratungsgesprächen ansprechen. Für die Kunden lohnt es sich in jedem Fall, beim Hausbau ein Auge auf den Energieverbrauch und die Ressourcenschonung zu haben – finanziell und in Sachen Klimaschutz.

Betongold und Upgrades fürs Eigenheim

Eine Immobilie als Altersvorsorge hat vor allem den Vorteil, dass man im Alter keine Miete zahlen muss. Gleichzeitig machen die niedrigen Zinsen Baufinanzierungen so günstig wie nie. Das ist gut für sicherheitsliebende Sparer wie die Deutschen. Das Konzept geht aber nur auf, wenn durch die Immobilie keine unnötigen Mehrbelastungen im Alter entstehen. Die oberste Faustregel lautet daher: Die Baufinanzierung sollte bis zum Renteneintritt vollständig abgezahlt sein. Das klappt, wenn die Finanzierung von Beginn an auf soliden Beinen steht. Je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto weniger Fremdkapital muss aufgenommen werden.

Gerade bei niedrigen Zinsen ist es wichtig, eine möglichst hohe Tilgung zu wählen: viel tilgen heißt schnell abzahlen. Doch an jedem Haus nagt der Zahn der Zeit. Selbst wenn bis zur Rente alle Kredite beglichen sind, benötigen Häuser in regelmäßigen Abständen eine Modernisierung, damit ihr Wert erhalten bleibt. Nicht immer stehen dabei Eigenmittel in ausreichender Höhe zur Verfügung. Zusätzlich treiben steigende Rohstoff- und Handwerkerpreise die Baukosten in die Höhe. Deshalb hat die BaFin entschieden: Bausparkassen können ihre Darlehensgrenze im Blankobereich anheben. Somit stehen den Kunden ab sofort Modernisierungskredite bis 50.000 Euro (vorher 30.000 Euro) ohne Grundschuldeintragung und Bewertung der Immobilie zur Verfügung. Finanzierungsvorhaben wie ein neues Bad, Maßnahmen zur Barrierefreiheit oder die energetische Sanierung der eigenen vier Wände lassen sich so unkompliziert verwirklichen.

Das steigert den Wert der Immobilie und spart Energiekosten. Vor dem Hintergrund dieser Neuerung sollten Vermittler „ihre“ Immobilienbesitzer direkt ansprechen. Eine aktive, individuelle Beratung schafft Vertrauen und ermöglicht den Kunden wiederum ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Heim. Eine Win-Win-Situation.

Autor Dr. Matthias Wald ist Leiter Vertrieb Swiss Life Deutschland und Vorstand VOTUM Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa e. V.

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