Sparen in Deutschland: Große Erwartungen, kleine Erträge

Sparschwein vor gestapelten Geldmünzen
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Die Deutschen gehen bei der Geldanlage auf Nummer sicher, erwarten aber dennoch satte Gewinne, so eine aktuelle Postbank Umfrage. Vor allem junge Sparer hegen unrealistische Ansprüche an den Ertrag.

Geht es um ihr Geld, zählt für die Deutschen in erster Linie Sicherheit. Eine aktuelle Kantar-Umfrage im Auftrag der Postbank ergibt, dass es 91 Prozent wichtig ist, ihr Geld sicher anzulegen. Der Rendite beziehungsweise den Erträgen messen im Vergleich dazu knapp 71 Prozent Bedeutung bei.

Sichere Anlage mit neun Prozent Rendite?

Bemerkenswert sind vor dem Hintergrund der konservativen Anlagestrategie die Gewinnerwartungen: Jeder Dritte (32 Prozent) rechnet mit einem Plus von über neun Prozent im Jahr. Bei den unter 30-jährigen erwarten sogar 57 Prozent einen Ertrag von über neun Prozent. Im Durchschnitt gehen die Anleger von einer jährlichen Rendite von fünf Prozent aus.

Die beliebteste Anlage ist das nahezu unverzinste Sparkonto (53 Prozent), gefolgt vom Girokonto (34 Prozent). Knapp ein Viertel der Sparer legt aktuell Geld in Aktien oder Fondsanteilen an.

Maßlos überschätzt

„Derartige Erwartungen sind derzeit nicht nur optimistisch, sondern kurios“, meint Karsten Rusch von der Postbank. „Die Zinsen für Spareinlagen erreichen immer neue Tiefstände und nur eine Minderheit der Sparer nutzt Anlageformen mit Renditechancen. Unwissenheit und falsche Überzeugungen können Anleger teuer zu stehen kommen. Wird nicht einmal der Inflationsausgleich erwirtschaftet, verlieren die Ersparnisse nach und nach an Wert“, so der Postbank Experte. „Gerade junge Menschen haben den Vorteil, dass sie von einem langen Anlagehorizont profitieren und sich Kursschwankungen über die Zeit relativieren.“ Mit einem breit gestreuten Fondssparplan könnten sich über die Zeit bereits kleine Sparbeiträge zu ansehnlichem Vermögen summieren.

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