Studien offenbaren Lücken in der Finanzbildung junger Menschen

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Zwei Drittel der vom BdB Befragten schilderten, sie hätten in der Schule in Sachen Wirtschaft "nicht so viel" oder "so gut wie nichts" gelernt.

Bei der wirtschaftlichen Bildung junger Leute in Deutschland klaffen Umfragen zufolge teils noch erhebliche Lücken. Mit dem Begriff Inflationsrate können einer Kantar-Erhebung im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) zufolge 44 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nichts anfangen. Gut zwei Drittel (68 Prozent) haben demnach keine oder eine falsche Vorstellung davon, wofür die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig ist. Immerhin knapp ein Drittel (31 Prozent) kann nicht erklären, was eine Aktie ist.

„Diese Bildungslücken sind alarmierend und zeigen deutlich, dass Wirtschafts- und Finanzthemen einen höheren Stellenwert in den Lehrplänen erhalten müssen“, mahnte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Andreas Krautscheid, am Montag anlässlich der Vorstellung der Jugendstudie.

Zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) schilderten, sie hätten in der Schule in Sachen Wirtschaft „nicht so viel“ oder „so gut wie nichts“ gelernt. Die Frage, ob ein Schulfach Wirtschaft in allen Bundesländern eingeführt werden sollte, beantworteten drei Viertel der Umfrageteilnehmer (77 Prozent) mit „Ja“.

Auch in einer ebenfalls am Montag veröffentlichten Forsa-Erhebung im Auftrag des Fondsanbieters Union Investment bekamen Schulen von jungen Erwachsenen in Deutschland schlechte Noten für die Vermittlung von Finanzwissen. 64 Prozent der hierbei befragten 18- bis 29-Jährigen beurteilen die Leistung der Schulen in dieser Frage als mangelhaft oder ungenügend – Durchschnittsnote: 4,8. Gerade einmal 6 Prozent finden, dass Schulen bei der Vermittlung von Finanzwissen gute beziehungsweise sehr gute Leistungen erbringen.

„Stark versetzungsgefährdet“

Entsprechend schwach schätzen die 18- bis 29-Jährigen in der Umfrage von Union Investment ihr eigenes Finanzwissen ein. Sie beschäftigen sich weder oft noch gerne mit Finanzthemen, räumen aber zugleich ein, dass es eines der wichtigsten Themen sei, um gut auf das Leben vorbereitet zu sein. Knapp zwei Drittel der Befragten schätzt das eigene Wissen zu den Themen Geld und Finanzen als befriedigend bis ausreichend ein (61 Prozent). Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) gibt an, gut oder sehr gut Bescheid zu wissen.

„Beim Thema Finanzbildung wären die Schulen nach dieser Beurteilung stark versetzungsgefährdet“, kommentierte Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. „Dass einige Bundesländer in den vergangenen Jahren ihre Anstrengungen in diesem Themenfeld verstärkt haben, lässt sich an diesen Zahlen noch nicht erkennen.“ (dpa-AFX)

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