Vreni Frost: „Ich war stolz wie Bolle“

Foto: Suzana Holtgrave
Vreni Frost

Cash. sprach mit Vreni Frost, Moderatorin, Autorin und Synchronsprecherin, über ihre Erfahrungen und Strategien bei der Kapitalanlage.

Frau Frost, Ihre erste größere Geldanlage – erinnern Sie sich?

Frost: Das weiß ich noch ganz genau, weil ich niemals vorher so viel Geld hatte: Das war ein Ghettoblaster, der hat 444 DM gekostet. Dazu habe ich mir die CD „Dookie“ von Green Day gekauft. Das war 1994 – ich war zwölf Jahre alt und stolz wie Bolle. Ich weiß gar nicht mehr, woher ich das Geld hatte. (lacht)

Worin investieren Sie heute und warum?

Frost: Ich habe natürlich die gängigen Versicherungen, die man so braucht, damit investiert man ja quasi in sich selbst. Ich zahle monatlich in zehn verschiedene Fonds aus einem Fondspaket ein. Und ich investiere seit über einem Jahr in Kunst, hauptsächlich in Malereien. Ich beobachte den Kunstmarkt, vor allem junge Künstler, die gerade auf dem aufsteigenden Ast sind, und habe schon einiges gekauft. Ich weiß noch nicht so genau, ob sich das auch finanziell rentieren wird, aber für mich rentiert es sich schon deshalb, weil ich die Bilder angucke und sie schön finde. Ich glaube aber, dass ein paar Künstler dabei sind, die auch finanziell was bringen könnten. Es macht auf jeden Fall großen Spaß, denn man umgibt sich dabei mit sehr schönen Dingen. Für das nächste Jahr plane ich außerdem, mir eine eigene Wohnung zu kaufen. Das Thema Immobilie steht also auch auf meinem Plan.

Sind Sie grundsätzlich eher ein risikofreudiger oder ein sicherheitsorientierter Anlegertyp?

Frost: Ich glaube, ich bin der gute Mix, also weder zu risikofreudig noch zu ängstlich. Ich brauche aber schon meine Sicherheit und den sogenannten „Notgroschen“. Wenn ich an den ran muss, bekomme ich Angst.

Wie wichtig ist der Faktor Nachhaltigkeit für Sie beim Investieren?

Frost: Der ist total wichtig. Ich will auf jeden Fall nachhaltig umsatteln, muss aber ehrlich zugeben, dass ich da noch nicht so ganz durchsteige und mich deshalb vermehrt damit auseinandersetze. Viele Menschen wissen ja gar nicht, was in ihren Fonds passiert, ob damit Waffengeschäfte oder Kriege unterstützt werden. Im Moment versehen alle möglichen Firmen ihre eigenen Nachhaltigkeitsbestrebungen mit irgendwelchen Siegeln, auch das „Greenwashing“ ist in sehr vielen Bereichen ein Problem. Ich wünsche mir, dass das noch sehr viel transparenter wird.

Das Gespräch führte Kim Brodtmann, Cash.

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