Ausbildung: Berater-Nachwuchs dringend gesucht

Mit dem Standort Heidenheim kooperiert der Osnabrücker Finanzvertrieb FVB, um sich Führungskräfte für die Zukunft selbst aufzubauen. Der dortige Studiengang Versicherung mit der Vertiefung „Versicherungsvertrieb und Finanzberatung‘‘ ist konsequent auf den Vertrieb von Versicherungs- und Finanzprodukten ausgerichtet. Leider sei die Nachfrage jedoch sehr gering, berichtet FVB-Regionaldirektor Toni Feldmeier.

Ralf Philippi
Ralf Philippi

An der gleichen Hochschule lässt auch die Finanz- und Unternehmensberatung FUB aus Ulm ihren Nachwuchs ausbilden. Der IHK-Abschluss reiche zwar prinzipiell für die reine Vermittlung von Versicherungen aus, sagt Vorstand Dr. Ralf Philippi. „Doch der Berater ist damit nicht auf die Themen der Finanz- und Unternehmensberatung vorbereitet, deren Inhalt bei uns der strategischen Vermögensaufbauplanung entspricht.“

Außerdem seien die Berater am Ende der Ausbildung „Hausgewächse“, also im Unternehmen „groß geworden“ und können somit die Philosophie der FUB und die Beratungsleistungen und -ziele besser nach außen tragen. Darüber hinaus berate sein Unternehmen überwiegend Akademiker und Selbstständige, da helfe der akademische Grad des Bachelors dahingehend weiter, dem Kunden „auf Augenhöhe“ zu begegnen.

Vorwiegend Kunden mit Uniabschluss berät auch der Kölner Finanzvertrieb Horbach, ein Tochterunternehmen von AWD. Hier liegen die Gründe ähnlich gelagert: „Oftmals wollen Akademiker von Akademikern beraten werden. Um diesen Kundenwünschen gerecht zu werden, kooperieren wir mit Hochschulen“, sagt Stefan Mercier, Geschäftsführer für Horbach.

Neben der Ausbildungskooperation mit der DHBW in Stuttgart gibt es beispielsweise bei der Horbach-Geschäftsstelle Stuttgart-Vaihingen die Möglichkeit, einen Studiengang zusammen mit der Hochschule für Ökonomie & Management (FOM) Stuttgart für den Bereich Finanzdienstleistungen zu absolvieren. Der Vorteil zur DHBW sei, dass die Studenten freitags und samstags Präsenszeiten an der Hochschule haben und vier Tage in der Woche im Vertrieb mitarbeiten können.

Darin sieht auch der Frankfurter Finanzvertrieb DVAG ein großes Plus, der gemeinsam mit der Fachhochschule der Wirtschaft FHDW im nordrhein-westfälischen Mettmann ein betriebswirtschaftliches duales Studium anbietet. „Dieser Weg verbindet die Vorteile von praktischem Arbeiten mit eigenem Verdienst und entsprechender Unabhängigkeit mit dem Reiz der akademischen Bildung und des wissenschaftlichen Arbeitens“, sagt Dr. Helge Lach, DVAG-Vorstandsmitglied. Allerdings erfordere der straffe zeitliche und inhaltliche Aufbau des Kombi-Studiums innerhalb von 36 Monaten ein ausgeprägtes Maß an Zielstrebigkeit, Disziplin, Willensstärke und Motivation.

Diese Eigenschaften sind ebenfalls gefragt, wenn man eine Kampagne starten will, um für den Beruf des Vermittlers zu werben. Denn wer glaubt, die Branche mache zur Gewinnung von Nachwuchs gemeinsame Sache und schiebe die großen Projekte an, wird oftmals enttäuscht. Es sind meistens einzelne Unternehmen.

So zum Beispiel der Bad Homburger Maklerpool BCA, der im Mai letzten Jahres mit der „BCA Nachwuchsbörse“ ein Projekt startete, um junge Leute für den Beruf des Maklers zu gewinnen. Gemeinsam mit dem Berufsstand wolle man Konzepte erarbeiten, um junge Menschen für „diese spannende und interessante Lebensaufgabe zu begeistern“, sagte damals Thomas Misch, Leiter Partnermanagement bei BCA. Schon seit 2008 gibt es die Bildungsagentur Perspektiva, ein Unternehmen des Kieler Assekuradeurs Domcura, die das Ziel hat, Nachwuchs praxisorientiert für den Außendienst auszubilden. Die Auszubildenden erhalten dort unter anderem einen regional begrenzten Kundenbestand, den sie eigenverantwortlich betreuen und ausbauen sollen.

Seite 4: Werben für den Traumberuf Makler

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