Vivien Wulf: „Es kribbelt auch jetzt schon manchmal“

Foto: N. N.
Vivien Wulf

Cash. sprach mit der Schauspielerin und Autorin Vivien Wulf über ihre Erfahrungen und Strategien bei der Kapitalanlage.

Frau Wulf, Ihre erste größere Geldanlage – erinnern Sie sich?

Wulf: Das war mein erstes Auto zu meinem 18. Geburtstag. Ich habe damals viel Geld in einen Neuwagen investiert, ein Mini Cabrio. Aber wenn man damit vom Hof fährt, ist gefühlt schon wieder die Hälfte des Geldes weg, dementsprechend war das nicht meine cleverste Geldanlage. (lacht) Aber ich habe das Auto geliebt, es war mein Ein und Alles. Ich habe es fünf Jahre gefahren und hatte dann leider einen Unfall mit Totalschaden.

Worin investieren Sie heute und warum?

Wulf: Ich investiere in Immobilien und Aktien – hauptsächlich in ETFs, denn ich bin eher sicherheitsorientiert. Der Faktor Sicherheit wird bei mir immer Priorität haben. Ich habe mir aber vorgenommen, auch mal etwas risikoreicher zu agieren, wenn ich im Bereich Aktien noch mehr Erfahrungen gesammelt habe – in einem vertretbaren Rahmen, so dass es nicht wehtut. Es kribbelt auch jetzt schon manchmal, dann denke ich, ich sollte es vielleicht mal probieren.

Lassen Sie sich beraten?

Wulf: Ja, von meiner Bank und von meiner Familie. Gerade bei der eigenen Finanzbildung ist es ausschlaggebend, wenn man Eltern hat, die sagen: ‚Leg‘ auch immer Geld beiseite, irgendwann wird das Rentenalter kommen. Achte darauf, wie du dein Geld anlegst und in was für Dinge du investierst.‘ Ich habe ihre Ratschläge adaptiert und lege deshalb großen Wert darauf, dass ich neben der Schauspielerei immer noch etwas anderes habe, womit ich kontinuierlich Geld verdiene – als „Airbag“ für die Sicherheit sozusagen. Wenn man als Schauspielerin gerade in keiner Serie mitspielt, kommt ja nicht jeden Monat regelmäßig Geld rein. Deshalb muss man auch damit haushalten können.

Sie haben in einem „Bild TV“-Panel gefordert, bundesweit ein Schulfach Finanzbildung einzuführen. Was beobachten Sie bei den jungen Deutschen, wie steht es um deren Finanzbildung?

Wulf: Eine Schülerin hat mal gesagt, dass sie zwar eine Gedichtanalyse in vier Sprachen schreiben könne, mit fast 18 aber keine Ahnung von Steuern, Miete und Versicherungen habe. Das trifft es auf den Punkt. Ich finde es ganz wichtig, dass junge Leute darüber aufgeklärt werden, wie man vernünftig Geld anlegt. Das gilt besonders für Frauen, denn es gibt ja diese extreme Rentenlücke von 46 Prozent zwischen Männern und Frauen. Diese Zahl ist für mich eklatant. Sie ist natürlich dem Umstand geschuldet, dass Frauen Kinder bekommen und dann oft in der Teilzeitfalle landen. Aber es wird sich auch in der Schule nicht damit beschäftigt. Künftig könnten Influencer, die sich mit dem Thema Finanzen auseinandersetzen, eine wichtige Rolle dabei spielen, diesen Zustand zu verbessern, vielleicht auch in Kombination mit den Schulen. Es wäre doch toll, Social Media mal für etwas wirklich Sinnvolles zu nutzen, statt für diese ganzen Beauty- und Fashion-Geschichten.

Das Gespräch führte Kim Brodtmann, Cash.

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