Schifffahrtsmesse MS&D: Beratungen über Lösung des Piraterie-Problems

Der weltweiten Schifffahrt entsteht durch Piraten-Überfälle ein wirtschaftlicher Schaden zwischen sieben und zwölf Milliarden US-Dollar pro Jahr. Auf der internationalen Messe und Konferenz für maritime Sicherheit und Verteidigung (MS&D), die am 15. Juni in Hamburg eröffnet wurde, sucht die Branche nach Lösungen des Problems.

PiratDie Zahl der Piratenübergriffe vor der Küste Somalias nimmt rasant zu. Seit Jahresanfang zählte das für Kriminalität auf See zuständige Internationale Maritime Büro (IMB) der Internationalen Handelskammer 154 Angriffe auf Handelsschiffe.

Im gesamten Jahr 2010 seien lediglich 219 Angriffe registriert worden. 21 Schiffe seien 2011 schon entführt worden und würden derzeit vermisst, sagte Captain Pottengal Mukundan, Direktor des IMB, anlässlich der Eröffnung der zweiten MS&D, international conference and exhibition on maritime security and defence. Derzeit würden fast 500 Crew-Mitglieder als Geiseln festgehalten.

Inzwischen verfügten die Piraten über eine Reihe hochseetüchtiger Mutterschiffe mit bis zu 100 Mann Besatzung, zumeist gekaperte moderne Frachter, wodurch sich deren Operationsradius über die somalischen Gewässer hinaus deutlich vergrößert haben. So seien in diesem Jahr auch Attacken im Roten Meer vorgekommen, die zunehmend eine Bedrohung für die wichtige Handelsroute Suezkanal darstellten.

Neben der Marine greifen auch die Reeder selbst zunehmend zu Abwehrmaßnahmen. So werden auf der Messe mit rund 60 Ausstellern unter anderem Schallkanonen und Infrarotüberwachungssysteme gezeigt. Der Schutz der Besatzung steht bei Reedern und Emissionshäusern jedoch nach wie vor an erster Stelle. (af)

Foto: Shutterstock

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