Anzeige
7. Dezember 2012, 14:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Erneuerbare Energien: Akzeptanz der Deutschen steigt, Zahlungsbereitschaft sinkt

93 Prozent der Deutschen befürworten den Ausbau alternativer Energien, zwei Drittel sind mit Wind-, Solar- oder Biomasseanlagen in der Umgebung einverstanden. Mehr als die Hälfte findet eine EEG-Umlage von fünf Cent pro Kilowattstunde zu hoch.

Wind-und-Solar-Energie-127x150 in Erneuerbare Energien: Akzeptanz der Deutschen steigt, Zahlungsbereitschaft sinkt

Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter über 4.000 Deutschen, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der Berliner Agentur für Erneuerbare Energien durchgeführt hat. Demnach sprechen sich 93 Prozent der Bevölkerung den Ausbau alternativer Energien. Gespalten ist dagegen das Bild, wenn es um die Höhe der Zusatzkosten durch die Energiewende geht. Bundesweit finden 47 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage) von fünf Cent pro Kilowattstunde angemessen oder zu niedrig, 51 Prozent halten den Betrag für zu hoch. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern: Die Zustimmung in Ostdeutschland ist durchweg deutlich niedriger als im Westen.

„Die Bürger müssen höhere Lasten schultern, während gleichzeitig die Industrie von großzügigen Ausnahmen und sinkenden Börsenstrompreisen profitiert. Offenbar empfinden viele Befragte die Belastungen deshalb zunehmend als ungerecht“, bewertet Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die Ergebnisse der Umfrage. Auch Prof. Dr. Roland Menges, der mit ökonomischen Experimenten die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende untersucht, bestätigt diese Entwicklung : “In unseren Experimenten wird immer wieder deutlich, dass die Bürger den Ausbau Erneuerbarer Energien wollen und auch bereit sind, dafür zu bezahlen”, erläutert der Leiter des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der TU Clausthal. “Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass die Menschen ein kollektives System wie die EEG-Umlage bevorzugen. Die Akzeptanz schwindet jedoch mit zunehmender Anzahl von Trittbrettfahrern, also von Ausnahmen im System”, so Menges weiter.

 

EEG-Erho Hung2 in Erneuerbare Energien: Akzeptanz der Deutschen steigt, Zahlungsbereitschaft sinkt

 

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Befragt nach der Zustimmung zu Stromerzeugungsanlagen in der eigenen Nachbarschaft, bewertete auch in Bundesländern mit hoher Anlagendichte eine Mehrheit von bis zu 75 Prozent Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Nähe des eigenen Wohnortes als positiv – und damit deutlich mehr als dies bei fossilen oder nuklearen Kraftwerken der Fall ist. Beim Blick auf die verschiedenen Erneuerbare-Energien-Technologien zeigt sich, dass Solar- und Windenergieanlagen die größte Zustimmung erfahren. Bei Menschen, die solche Anlagen bereits in ihrer Umgebung haben, fielen die Akzeptanzwerte sogar noch besser aus.

Erneuerbare Energien haben in den letzten Jahren in Deutschland eine rasante Entwicklung  genommen. Ihr Anteil am Bruttostromverbrauch stieg nach Angaben der Berliner Agentur von 6,8 Prozent im Jahr 2000 auf rund 25 Prozent in 2012. Auch im Wärmebereich konnten die regenerativen Energien zulegen. Diese Entwicklung geht einher mit einer erhöhten Zahl von Erneuerbare-Energien-Anlagen. Mitte 2012 waren in Deutschland 22.664 Windenergieanlagen, 1,22 Millionen Photovoltaikanlagen, 1,66 Millionen Solarkollektoren und 7.520 Biogasanlagen in Betrieb. (af)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Bayerische hat neue Fondsrente im Angebot

Die Bayerische erweitert ihr Angebot in der Altersvorsorge und startet die neue Basis-Rente Aktiv, eine Fondsrente mit variablen Anlagemöglichkeiten. Kunden können dabei zwischen drei Tarif-Angeboten wählen: Chance, Wachstum oder Sicherheit.

mehr ...

Immobilien

Wohnpreise entkoppeln sich von Einkommen

Die Immobilienpreise sind in urbanen und ländlichen Gebieten weiter gestiegen. In den Metropolen überholt das Preiswachstum inzwischen die Entwicklung der Einkommen. Der BVR stellt drei Forderungen an die Politik, um die Entwicklung zu verlangsamen.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzkrise ist in der dritten Runde

Nach Meinung von Volkswirt Prof. Dr. Thomas Mayer befindet sich die Finanzkrise in der dritten Phase, mit politischen Trends, die aber auch Auswirkungen auf den Finanzsektor haben.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Prospekthaftung: BaFin gibt Entwarnung – ein wenig

Die BaFin hat gegenüber Cash. zu einem BGH-Urteil Stellung genommen, das einen von ihr geprüften Fondsprospekt mit deutlichen Worten kassiert hatte und damit auch Fragen zur Rechtssicherheit aktueller Emissionen aufwirft.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...