Gedämpfte Stimmung bei Europas Immobilien-Investoren

Das Klima für Immobilieninvestitionen in Europa wird unter dem Einfluss der internationalen Finanzmarktkrise seit Herbst 2007 zunehmend schlechter. Das zeigt der von Union Investment Real Estate, Hamburg, im Halbjahrestakt ermittelte Investitionsklima-Index.

Das Barometer ist in Deutschland gegenüber der letzten Erhebung im Herbst 2007 von 71,3 auf 68,1 Punkte gefallen. Auch Frankreich und Großbritannien büßten mit Rückgängen von 69,3 auf 66,4 beziehungsweise von 65,4 auf 60,6 Punkte weiter ein. Der Index bildet auf einer Skala von 0 bis 100 ein Spektrum von Erwartungen und Einschätzungen ab. Die Grenze zwischen den Kategorien ?verhaltenes? und ?günstiges? Investitionsklima liegt bei 75 Punkten.

Die gefallenen Werte spiegeln demzufolge unter anderem die bescheidene Erwartungshaltung der Immobilienprofis in Europa hinsichtlich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und der Überwindung der ?Subprime?-Auswirkungen wider. Die Krise hat die befragten Investoren dazu bewogen, ihre Investitionsstrategien neu auszurichten. Fast 60 Prozent gaben an, sich wieder auf die etablierten Kernmärkte zu konzentrieren, rund 45 Prozent haben vor dem Hintergrund der Finanzmarkt-Turbulenzen ihre bestehenden Risikomanagementsysteme weiterentwickelt und 35 Prozent aus diesem Anlass solche implementiert.

Investitionsbereitschaft in Deutschland ungebrochen

Das Stimmungsbild unter den deutschen Investoren ist dem Index zufolge noch vergleichsweise positiv: 43 Prozent haben vor, ihre Immo-Investments (deutlich) zu erhöhen, dem stehen lediglich acht Prozent gegenüber, die ihre Engagements herunterfahren wollen. Dennoch rechnet fast jeder Zweite befragte deutsche Investor damit, dass die Liquiditätskrise das Immobilieninvestitionsklima zumindest kurzfristig dämpft. Die eigentliche Bewährungsprobe für den Markt sehen 62 Prozent allerdings in der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung.

„Subprime macht sich in Deutschland noch nicht dem Maße in Preisanpassungen oder Finanzierungsengpässen bemerkbar wie beispielsweise in Großbritannien. Die optimistische Sicht auf die eigene wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Immobilieninvestoren trägt dazu bei, dass die aufziehenden Wolken am Horizont noch nicht als Gefährdung für die Schönwetterlage empfunden werden“, so Dr. Reinhard Kutscher, Vorstandssprecher der Union Investment Real Estate.

Der seit 2005 – neuerdings halbjährlich – erstellte Index setzt sich aus den vier Teilindikatoren „Marktstruktur“, „Rahmenbedingungen“, „Standortbedingungen“ und „Erwartungen“ zusammen, die mit jeweils 25 Prozent gewichtet werden. Für den Frühjahrs-Index befragte das Marktforschungsinstitut Synovate rund 100 Immobilienunternehmen und institutionelle Immobilienanleger in Deutschland, Frankreich und Großbritannien in etwa 30-minütigen Telefoninterviews. (hb)

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