Immo-Branche sieht schwarz für 2009

Mehr als zwei Drittel (78 Prozent) der Vertreter der deutschen Immobilien- und Wohnungswirtschaft erwarten für das kommende Jahr eine Verschlechterung der Gesamt-Geschäftslage, fast ein Drittel der Unternehmen wird 2009 voraussichtlich seine Mitarbeiterzahl verringern. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des BFW Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Berlin, Spitzenverband der privaten und unternehmerischen Immobilienwirtschaft, unter seinen 1.600 Mitgliedsunternehmen.

„Grundbuch statt Sparbuch“ = Fehlanzeige

Die Auswirkungen der Krise seien für Unternehmen insbesondere in den Kreditgeschäften spürbar, so der BFW. Der in den letzten Wochen immer wieder diskutierte Trend ?Grundbuch statt Sparbuch? werde in der Breite nicht bestätigt: Zwar sehen 27 Prozent eine erhöhte Nachfrage nach Wohneigentum. Knapp die Hälfte (44 Prozent) spürten aber eher einen Nachfragerückgang.

?Hier muss differenziert werden zwischen gut nachgefragten Ballungsgebieten und ländlichen Regionen?, so BFW-Präsident Walter Rasch. Problematisch sei auch die erwartete Entwicklung der Mitarbeiterzahlen. So wollen dem BFW zufolge 30 Prozent der Mitgliedsunternehmen in 2009 Personal abbauen. Noch im Frühjahr dieses Jahres belief sich diese Zahl auf gerade einmal zehn Prozent. Der BFW-Präsident fordert deshalb vom Staat, verstärkt finanzielle Mittel für die Arbeitsplatzsicherheit zur Verfügung zu stellen.

30 Prozent wollen Personal einsparen

?Die Kreditkrise ist für die immobilienwirtschaftlichen Akteure inzwischen deutlich spürbar. Für 43 Prozent der befragten Unternehmen, haben sich die Zinskonditionen bereits merklich verschlechtert. Für über 30 Prozent ist es überhaupt deutlich schwerer geworden, Finanzierungen abzuschließen?, konstatiert Rasch.

Vor allem Projektentwickler und Bauträger seien betroffen. Dieser Teil der Branche spüre neben den erschwerten Finanzierungsbedingungen auch die Zinsschranke und die gestiegenen Baukosten.

Kredite werden nicht weitergereicht

?Wir appellieren an die Bundesregierung, Banken nicht nur Bürgschaften zur Verfügung zu stellen, sondern diese gleichzeitig unter die Auflage zu stellen, dass Finanzierungsmittel auch weitergereicht werden. Es ist inakzeptabel, dass Gelder zwar in Anspruch genommen werden, nicht aber an den Markt weitergegeben werden?, so Rasch weiter. (hb)

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