Gewerbeimmobilien Deutschland: Zurück aus dem Tal der Tränen

Im bisherigen Jahresverlauf betragen die Investitionen in Gewerbeimmobilien bundesweit rund 7,16 Milliarden Euro – knapp 58 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allerdings hat sich die Lage im dritten Quartal entspannt.

Den aktuellen Marktdaten von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE, ehemals Atis Real) zufolge wurde in der jüngsten Berichtsperiode mit rund 3,55 Milliarden Euro genauso viel Umsatz erzielt wie im Vorjahr. Die Zeichen stehen auf Belebung: Für das Gesamtjahr erwarten die Immobilienberater aus Frankfurt ein Transaktionsvolumen zwischen zehn und zwölf Milliarden Euro.

Portfoliotransaktionen sind die Ausnahme

88 Prozent oder knapp 6,3 Milliarden Euro der gesamten Transaktionen entfallen auf Einzeldeals, wogegen lediglich gut zwölf Prozent beziehungsweise 860 Millionen Euro in Portfolios angelegt wurden.

Nicht zuletzt durch den Verkauf einiger größerer Shoppingcenter liegen Einzelhandelsimmobilien mit 36 Prozent an der Spitze der Objektklassen. Dahinter folgen mit 30 Prozent Büros, die mit einer Gesamtfläche von 1,82 Millionen Quadratmetern an den wichtigsten deutschen Standorten um gut 28 Prozent unter dem Vorjahreswert lagen. Auf Logistikimmobilien entfallen nur gut sechs Prozent des Dealvolumens.

„Auch wenn das Investitionsvolumen im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin auf niedrigem Niveau liegt, war die erwartete Marktbelebung im dritten Quartal deutlich spürbar“, erklärt Piotr Bienkowski, Geschäftsführer von BNPPRE Deutschland. Vor allem die Zunahme größerer Transaktionen über 100 Millionen Euro, die im ersten Halbjahr kaum finanzierbar waren, spreche für eine zwar langsame, aber kontinuierliche Erholung und Normalisierung der Investmentmärkte.

Private und Family Offices dominieren Käuferseite

Bemerkenswert bei der Investorenstruktur ist, so Bienkowski, dass die Käufergruppen von den privaten Anlegern und Family Offices angeführt werden. Erst auf den weiteren Plätzen folgten offene Fonds/Spezialfonds und geschlossene Fonds.

Die Spitzenrenditen haben sich BNPPRRE zufolge nicht nur stabilisiert, sondern werden vereinzelt schon wieder leicht „getestet“. Der ständige Vergleich mit den außergewöhnlichen Boomjahren habe vielfach den Blick für eine realistische und faire Beurteilung der Märkte verstellt, der sich eher an den langfristigen Tendenzen und Umsätzen orientieren sollte. (hb)

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