JLL: Krise erreicht Büromärkte

Die letzte Bastion ist gefallen – der deutsche Büromarkt, der bis Herbst 2008 von der relativ stabilen wirtschaftlichen Lage profitierte, wird den Konjunktur-Einbruch deutlich zu spüren bekommen. Zu diesem Schluss kommen die Experten des Immobilienberaters Jones Lang La Salle (JLL), Frankfurt.

In den letzten drei Monaten haben sich sämtliche für den Vermietungsmarkt wichtigen Indikatoren wie Indizes, Exporte, BIP-Wachstum sowie Erwerbstätigenzahl deutlich verschlechtert. Obwohl die Büromärkte sich 2008 noch vergleichsweise robust zeigten, fällt der Ausblick der Researcher für 2009 entsprechend pessimistisch aus.

Über die sechs deutschen Büroimmobilien-Hochburgen Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, München, Stuttgart und Hamburg hinweg wurden im abgelaufenen Jahr 2008 rund 2,9 Millionen Quadratmeter Bürofläche vermietet oder an Eigennutzer veräußert. Gegenüber 2007 entspricht dies einem Rückgang von knapp acht Prozent.

?Wie stark sich die Unsicherheiten bereits Platz geschaffen hatten, zeigt der Anteil der letzten drei Monate am Gesamtumsatz: Mit etwa 21 Prozent ist es das zweitniedrigste Quartalsergebnis der letzten 15 Jahre (2005: 20 Prozent). Es darf aber auch nicht übersehen werden, dass in der Historie des deutschen Büromarktes nur dreimal ein höheres Jahresumsatzvolumen als 2008 erzielt wurde?, so JLL- Research-Leiter Helge Scheunemann.

Bis auf Stuttgart mussten alle deutschen Hochburgen im Jahresvergleich einen Umsatzrückgang hinnehmen: In München betrug er knapp sechs Prozent, in Hamburg und Berlin jeweils knapp sieben, in Frankfurt neun. Ein zweistelliges Minus von 16 Prozent verbuchte Düsseldorf. Stuttgart konnte mit einem Plus von acht Prozent als einzige Stadt zulegen, lag allerdings absoluten Volumen mit 183.000 Quadratmetern immer noch deutlich unter dem der anderen Städte.

Für 2009 rechnet JLL mit deutlich rückläufigen Umsätzen. Wie stark der Einbruch ausfalle, hänge von der tatsächlichen Entwicklung des Bruttoinlandprodukts ab. Bei einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent, ergebe sich bei den Büroflächen ein Umsatzrückgang von weiteren 17 Prozent auf 2,4 Millionen Quadratmeter, so die Analysten. Mit jedem weiteren Prozentpunkt mehr würde das Umsatzvolumen rein rechnerisch um weitere rund zehn Prozent nachgeben. (hb)

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