Broker betrachten zu niedrige Tilgung als Fehler

Nach Meinung vieler Baufinanzierungvermittler könnten Immobilienkäufer und Häuslebauer das aktuelle Zinsumfeld bei Immobiliendarlehen deutlich besser nutzen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Immobilien- und Finanzierungsbrokers Planet Home unter 250 Vermittlern und Finanzdienstleistern. Der demnach am häufigsten gemachte Fehler: Eine zu geringe Tilgung.

rechnerhaus„34 Prozent der befragten Finanzexperten finden, dass Kunden derzeit zu niedrig tilgen“, sagt Ralf Smolak, Leiter Finanzvermittler bei Planet Home. Damit tappten viele Immobilienkäufer in zweifacher Hinsicht in die Tilgungsfalle. Denn: Erstens verzögere sich die Kreditrückführung bei einer niedrigen Tilgung um mehrere Jahre, wodurch Zinskosten in Höhe mehrerer tausend Euro anfielen. Zweitens riskierten Kreditnehmer, dass sie beim Auslaufen der ersten Zinsbindung einen Anschlusskredit über eine relativ hohe Restschuld aufnehmen müssen. Laut Studie glaubt jeder zehnte Vermittler, dass Kreditnehmer eine zu kurze Zinsbindung wählen.

„Wer hingegen von Anfang an hoch tilgt und eine lange Zinsbindung wählt, baut seinen Kredit schnell ab und sichert sich die historisch niedrigen Konditionen langfristig. Das senkt das gesamte Kreditrisiko“, kommentiert Smolak die Ergebnisse. Der zweithäufigste Fehler ist laut der Umfrage allerdings, dass die meisten Deutschen das Zinstief schlicht nicht nutzen. Vielen Bundesbürgern ist laut Planet Home nicht bewusst, dass Immobilienkredite in Deutschland im Jahr 2010 durch die Situation auf den Finanzmärkten im Durchschnitt so günstig sind wie nie zuvor. Laut Umfrage ist es aber ebenso möglich, dass nicht wenige Kunden das Zinstief ungenutzt lassen, weil sie auf noch günstigere Konditionen hoffen. Diese Einschätzung teilt immerhin fast jeder Fünfte der befragten Finanzdienstleister.

Wie die Erhebung gezeigt hat, machen Kreditnehmer aber auch einiges richtig. So sind lediglich fünf Prozent der Finanzexperten der Ansicht, dass sich Kunden durch das Zinstief zu höheren Darlehenssummen verleiten lassen. Nur zwei Prozent glauben, dass Kunden in der aktuellen Situation dazu neigen, überhöhte Immobilienpreise zu akzeptieren.

Die Umfrage wurde im Oktober unter 250 Maklern per Telefoninterview und Faxfragebogen durchgeführt. (te)

Foto: Shutterstock

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