Hypothekenzinsen haben den Tiefpunkt erreicht

Von einer echten Zinsanhebung dürften sie noch ein gutes Stück entfernt sein. Die Inflation befindet sich immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Und akute Inflationsgefahren sind angesichts einer geringen Kapazitätsauslastung bei Unternehmen und einer steigenden Arbeitslosigkeit derzeit kaum auszumachen.

Eine Zinsanhebung ist daher erst im kommenden Jahr wahrscheinlich, wenn sich der Konjunkturaufschwung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet und die Sorgen vor einer erneuten Verschärfung der Finanzkrise endgültig abgeflaut sind. Immobilienerwerber können sich daher noch eine ganze Weile über niedrige Hypothekenzinsen freuen. Neue historische Tiefstände sind allerdings ebenso unwahrscheinlich. Denn trotz des kurzfristig positiven Inflationsausblicks lauern auf längere Sicht sehr wohl Gefahren für die Preisniveaustabilität.

Diese resultieren insbesondere aus der sehr hohen Staatsverschuldung in vielen Ländern. Anhaltend hohe Haushaltsdefizite bleiben in der Regel nicht ohne Folgen für die Zinsen. Denn die Investoren sind irgendwann nicht mehr bereit, die immer weiter anwachsende Staatsverschuldung zu einem historisch niedrigen Zinssatz zu finanzieren.

Gleichzeitig müssen die Notenbanken mit Zinsanhebungen gegensteuern, um ihr Inflationsziel nicht zu gefährden. Eigenheimerwerber und Investoren sollten daher besser nicht darauf vertrauen, dass sie in einigen Jahren noch ähnlich günstige Finanzierungskonditionen vorfinden wie zum jetzigen Zeitpunkt.

Foto: Postbank AG

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