Mehr Fördermöglichkeiten als nur KfW-Kredite

Die Mehrheit der Deutschen kennt sich kaum mit Fördermöglichkeiten beim Immobilienerwerb aus. Wie die repräsentative Baugeldstudie 2010 des Vermittlers Hypothekendiscount zeigt, sind vor allem die gängigsten Unterstützungen wie KfW-Kredite und Wohnriester bekannt.

rechnerhausÜber finanzielle Unterstützung und preiswertes Bauland von Kommunen weiß demnach jeder Dritte Bescheid (32,8 Prozent). Gerade noch jeder Fünfte ist informiert, wenn es um verbilligte Kredite vom Arbeitgeber (20,6 Prozent) und der Kirche (18,5 Prozent) geht.

„Vor allem durch KfW-Kredite können Immobilienkäufer und Modernisierer sehr günstige Zinskonditionen erhalten. Auch Wohnriester kann sich für viele Kunden lohnen“, sagt Kai Oppel, Finanzierungsexperte von Hypothekendiscount. Der Staat fördert in erster Linie Baumaßnahmen, die dem Klimaschutz dienen. Von Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau profitieren daher insbesondere Käufer und Modernisierer energieeffizienter Immobilien. Auch wer eine neu gebaute – und damit gemäß den gesetzlichen Bestimmungen generell energieeffiziente – Immobilie kauft, kann KfW-Kredite erhalten. Die Konditionen sind hier meist einige Prozentpunkte günstiger als bei Kreditinstituten. Da die Regierung bei entsprechenden Mitteln kürzen will, empfiehlt Oppel, Kauf- und Umbau-Interessierten zu handeln.

Eine zweite Vergünstigung ist durch den Wohn-Riester möglich. Riesterverträge können zum Eigenheimerwerb eingesetzt werden. Besonders Besserverdiener haben die Möglichkeit, aufgrund staatlicher Zulagen und Steuervorteile viel Geld sparen.

Weitere Fördermöglichkeiten durch Kommunen, Arbeitgeber und Kirche

„KfW-Mittel und Wohnriester sollte jeder Immobilienkäufer prüfen“, rät Oppel. Die Möglichkeit, Kirchenmittel, kommunale Zuschüssen und Arbeitgeberkredite einzubinden, dagegen falle sehr unterschiedlich aus. Mehr als 300 Kommunen bieten deutschlandweit Zuschüsse für verbilligtes Bauland oder spezielle Zulagen an – insbesondere für junge Familien. „Hier muss jeder selbst in seiner Kommune beziehungsweise Region nachfragen“, sagt Oppel. Ähnlich verhält es sich bei einigen katholischen Bistümern, die zinsgünstige oder sogar zinslose Darlehen an bauwillige Familien vergeben, etwa in Freiburg, Köln, Osnabrück, Paderborn oder Münster. „Immobilienkäufer sollten zumindest wissen, dass es diese Möglichkeit gibt. Ob sie lohnt und aufgrund der strengen Bedingungen möglich ist, ist eine andere Frage“, resümiert der Experte.

Auch Arbeitgeber greifen ihren Angestellten unter die Arme, wenn diese Eigenheim erwerben wollen – etwa im Rahmen von Bonusprogrammen oder zur Bindung von Mitarbeitern stellen sie günstige Kredite zur Verfügung. Laut Oppel sollten Immobilienkäufer in diesem Fall genau rechnen, ob ein Arbeitgeberdarlehen wirklich günstiger ist als ein Immobilienkredit vom Markt. Gerade im Augenblick bewegen sich die Immobilienzinsen auf historischem Tief. (te)

Foto: Shutterstock

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