Preise für Wohnimmobilien steigen in Asien am stärksten

Die weltweiten Preise für Wohnimmobilien sind nach Angaben der Immobilienberatung Knight Frank innerhalb von zwölf Monaten an 69 Prozent der Standorte gestiegen, die das Unternehmen regelmäßig im Rahmen seines weltweiten Wohnimmobilienindex untersucht. Den stärksten Zuwachs verzeichnet dabei Asien.

haus-index2-shutt_34927417Stichtag für die Untersuchung ist der Stand per Ende Juni 2010. Zu diesem Zeitpunkt haben sie die Wohnimmobilienpreise laut Knight Frank auf Jahressicht um durchschnittlich 3,9 Prozent verteuert. Im asiatisch-pazifischen Raum liegt der Anstieg sogar bei durchschnittlich 14,1 Prozent.

„Mit jedem neuen Quartal wird deutlicher, dass sich die globale Rezession immer weniger auf den Wohnimmobilienmarkt auswirkt“, kommentiert Liam Bailey, der das Research für Wohnimmobilien bei Knight Frank verantwortet. In der aktuellen Untersuchung hätten sich die Preise im Jahresvergleich an 69 Prozent der Standorte verteuert, während es Ende des ersten Quartals 2010 noch 53 Prozent waren und Ende Juni 2009 lediglich 19 Prozent der Standorte.

„Anfang und Ende der Preisskala sind im letzten Jahr näher zusammengerückt“, ergänzt Bailey. In den überhitzten asiatischen Märkten seien dafür Interventionen der Regierungen verantwortlich, die die Märkte wieder etwas abgekühlt haben. In den westlichen Ländern hätten dagegen wirtschaftliche Stimuli vieler Regierungen wie historisch niedrige Zinsen, Förderungen für Erstinvestoren und Stützungsmaßnahmen für Banken, die Nachfrage nach Wohnimmobilien gesteigert und damit auch die Preise leicht nach oben getrieben.

Nach wie vor lassen sich die Preisentwicklungen laut Knight Frank klar nach Regionen unterscheiden. Die asiatischpazifischen Standorte stehen am Anfang des Rankings, die europäischen am Ende. Dennoch würden erste Unterteilungen innerhalb der Regionen spürbar. So hängten die Wohnimmobilienmärkte in Singapur, China und Hongkong auf den Positionen eins bis drei ihre Nachbarn Indien (26), Indonesien (29) oder Japan (42) klar ab. Innerhalb von Europa rangieren die nördlichen Märkte mit jährlichen Preiszuwächsen zwischen acht und elf Prozent deutlich vor den baltischen und südeuropäischen Ländern, in denen die Preise nachgeben. Deutschland liegt mit einer durchschnittlichen jährlichen Preissteigerung von 2,8 Prozent im europäischen Mittelfeld.

Obwohl die europäischen Länder im weltweiten Vergleich die geringste Teuerungsrate aufweisen, sind die Märkte im Aufwärtstrend. Während Knight Frank im ersten Quartal 2010 noch einen durchschnittlichen Preisverfall von minus 4,1 Prozent verzeichnete, lag das Minus im zweiten Quartal 2010 nur noch bei 0,1 Prozent. Neben den führenden asiatisch-pazifischen Märkten zählen nach Aussage der Untersuchung Südafrika und Kanada zu den überhitztesten Märkten mit Preiszuwächsen von 14,8 respektive 13,5 Prozent. Um einer möglichen Immobilienblase vorzubeugen, habe die kanadische Regierung dieses Jahr bereits drei Mal den Leitzins erhöht.

„Die weitere Preisentwicklungen hängt von vielen Faktoren ab“, sagt Bailey. „In den westlichen Ländern sind die Verfügbarkeit von Finanzierungen, das Ausmaß der Sparmaßnahmen sowie das Wachstum von Einkommen und Arbeitsplätzen entscheidend für das weitere Szenario auf den Wohnimmobilienmärkten. In Asien steht und fällt vieles mit der Finanzpolitik der Regierungen. In China hat die Regierung zum Beispiel erstmals seit 2007 die Zinsen von 5,31 auf 5,56 Prozent angehoben.“ (bk)

Foto: Shutterstock

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