Häuslebauer bemängeln Höhe staatlicher Förderung

Ein Großteil der Deutschen ist mit der staatlichen Unterstützung beim Kauf oder Bau der eigenen Immobilien unzufrieden. Dies zeigt die Baugeldstudie 2011, eine Umfrage unter 1.000 Befragten durch den Baugeldvermittler Hypothekendiscount. Seit dem Wegfall der Eigenheimzulage 2006 fehlt für viele gefühlt eine der größten Subventionen von Wohneigentum durch den Staat.

eurohausDemnach hält nur jeder Zehnte (13 Prozent) hält laut aktueller Studie die staatliche Förderung beim Immobilienerwerb für ausreichend. Wohingegen über 50 Prozent der Befragten die derzeitigen Subventionsmaßnahmen von Seiten des Staates bemängelt. „Ein Grund für diese Einschätzung der Deutschen mag auch heute noch das Ende der Eigenheimförderung im Jahr 2006 sein“, mutmaßt Kai Oppel, Sprecher von Hypothekendiscount. „Mit diesem Schritt fiel ein Großteil der Subventionen für Eigentumserwerber weg. Obwohl Immobilienerwerber durch die seit Jahren angebotene Wohn-Riesterförderung ebenfalls attraktive Förderquoten erreichen können, wird Wohnriester von vielen nicht so bereitwillig angenommen“, berichtet er weiter. Oppels Ansicht zufolge halte das Gros die Unterstützung noch immer für zu kompliziert. „Allerdings können erfahrene Berater binnen weniger Minuten berechnen, welcher finanzielle Vorteil sich aus Wohn-Riester ergeben würde – und ob sich diese Form der Altersvorsorge im Einzelfall lohnt“, so der Sprecher des Baugeldvermittlers.

Neben der Riestervorsorge, die auch für Immobilieneigentum gilt, fördert die KfW zudem Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien und energetischen Sanierung. Interessant kann für künftige Immobilienbesitzer aus Sicht des Baugeldvermittlers besonders das Wohneigentumsprogramm sein. Einerseits würden viele Banken das Programm als Eigenkapitalersatz anerkennen – wodurch sich der Beleihungsauslauf und damit die Zinsen für den Kredit verbessern. Zudem gewährten viele Kreditinstitute einen Zinsabschlag auf das eigentliche Darlehen, wenn ein KfW-Kredit eingebunden wird. Zum 1. Juli müssen Immobilienkäufer jedoch mit Änderungen beim Regelwerk rechnen.

„Auch Banken vergeben mittlerweile mehrere zinsverbilligte Energie- und Modernisierungsdarlehen“, weiß Oppel. Und weiter: „Die zinsverbilligten Kredite werden für einen energieeffizienten Neubau oder die energetische Sanierung von Wohngebäuden vergeben. Hierbei ist meist kein Grundbucheintrag nötig und die Zinssätze liegen weit unter denen herkömmlicher Konsumentenkredite.“

Die Teilergebnisse der Baugeldstudie 2011 in Zahlen:

Unterstützt der Staat den Immobilienerwerb in Ihren Augen ausreichend?

– Ja: 13 Prozent

– Nein: 51 Prozent

– Weiß nicht: 35 Prozent (te)

Foto: Shutterstock

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