Family Offices investieren ein Drittel in Immobilien

Klarer Favorit für Investitionen ist der Heimatmarkt Deutschland. 69 Prozent der Family Offices wollen hier investieren, Investitionen in EU-Ländern planen lediglich 13 Prozent, und nur zehn Prozent haben Länder außer halb der EU im Fokus.

Immobilien der Klassen „Core“ und „Core-Plus“ bleiben gefragt. Damit stehen die Family Offices nicht alleine, denn viele Investoren haben in den vergangenen Jahren ihre Anlagestrategie auf voll vermietete Immobilien in sehr guten Metropollagen ausgerichtet. Der Markt in diesem Segment ist hart umkämpft. Das ist den Family Offices laut Famos Immobilien bewusst, und sie weichen aus: Für 28 Prozent derjenigen, die im Rahmen der Studie befragt wurden, sind Immobilien mit dem Label „Value Added“ eine gute Alternative. „Wir gehen davon aus, dass das Interesse an diesen Immobilienarten noch weiter steigen wird“, sagt Reimund Schulz, Geschäftsführer der Famos Immobilien GmbH.

Auch bei der Finanzierung gehen Family Offices demnach kein Risiko ein: Sie statten ihre Immobilieninvestments mit einer hohen Eigenkapitalquote aus und zeigen eine geringe Bereitschaft für Fremdfinanzierungen. Dass sich die Family Offices traditionell etwas schwer tun mit Co-Investoren liegt nicht zuletzt darin begründet, dass sie mit ihren Investments einen langfristigen Ansatz verfolgen. „Wir sind selber Multi Family Office“, erläutert Schulz, „und wissen aus eigener Erfahrung, dass der langfristige, werterhaltende Ansatz die Family Offices nach wie vor von klassischen Finanzinvestoren unterscheidet. Deshalb fällt die Investorensuche manchmal etwas schwerer.“

In Zahlen der Studie ausgedrückt: Nur ein Drittel der Family Offices bevorzugt Co-Investoren. Allerdings zeigt sich auch, dass Family Offices bei Projektentwicklungen Fonds-Lösungen gegenüber aufgeschlossener geworden sind. Mit einer Einschränkung, offenkundig: solange man unter sich bleibt. Denn auch Club-Deals werden am liebsten mit anderen Family Offices realisiert.

Dass zur Sicherung der Vermögensziele professionelle Immobiliendienstleiter nötig sind, stellen die Family Offices nicht in Frage. Aber der Einfluss der Vermögens-Eigentümer ist nach wie vor sehr hoch, und immer noch betreuen 42 Prozent die Immobilien-Assets ausschließlich selber. „Die Studie bestätig hier unsere eigene Markterfahrung: Vor allem Single Family Offices bevorzugen ein sehr diskretes und eigenständiges Agieren am Markt. Ein externer Dienstleister wird lange und sorgfältig geprüft und muss mit Qualität und Kompetenz überzeugen“, so Schulz. Wenn externe Dienstleister herangezogen werden, dann bei sehr sachbezogenen Themen, wo es um messbare Analysen rund um den Immobilienbestand geht. Themen, die direkt mit den Vermögensverhältnissen und –zahlen zusammenhängen bleiben demnach auch künftig bei den meisten Family Offices unter Verschluss.

„Insgesamt zeigen uns die Studienergebnisse die zunehmende Bedeutung des Immobilienmanagements bei den Family Offices“, zieht Schulz ein kurzes Fazit. (te)

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