Nur jeder Zweite kann finanzielle Situation im Alter einschätzen

Lediglich die Hälfte der Deutschen glaubt, ihre Versorgung im Ruhestand abschätzen zu können. Das geht aus der Studie „Trendindikator 2012“ von TNS Infratest unter anderem im Auftrag der LBS hervor. Bei den über 50-Jährigen traut sich mehr als jeder Vierte keine solide Prognose zur finanziellen Situation zu.

Finanzielle SituationDer Anteil der Bundesbürger, die ihre finanzielle Situation im Alter gut einschätzen können, nimmt nach Aussage der Landesbausparkasse ab. Mit aktuell noch 50 Prozent ist der Wert in der Untersuchung gegenüber den Vorjahren leicht gesunken. Erwartungsgemäß fällt jungen Erwachsenen bis zum Alter von 29 Jahren die Vorhersage am schwersten: Nur 18 Prozent von ihnen können eine Annahme treffen. In der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen ist der Anteil mit 38 Prozent mehr als doppelt so hoch. Bei den über 50-Jährigen liegt der Wert zwar immerhin bei 72 Prozent – das bedeutet im Umkehrschluss aber, dass mehr als jeder Vierte von ihnen unsicher über seine finanzielle Situation im Ruhestand ist.

Zur finanziellen Entlastung im Alter trägt nach Meinung der LBS vor allem eine eigene Immobilie bei. Entsprechend können Eigentümer ihre Versorgung im Ruhestand auch besser einschätzen als Mieter. Laut TNS wissen heute 59 Prozent der Eigenheimbesitzer, wie sie später finanziell aufgestellt sein werden. Bei Mietern sind es dagegen nur 43 Prozent. „Eigentümer haben die Gewissheit, im Alter mietfrei zu wohnen. Dieser Vorteil macht sich mit mehreren hundert Euro im Monat bemerkbar, die sie zusätzlich zur freien Verfügung haben“, sagt Joachim Klein, Experte der LBS.

Die sogenannte Eckrente beträgt laut Bundesarbeitsministerium derzeit 1.265 Euro brutto im Monat. Diese Summe erhält heute ein Rentner bei Eintritt in den Ruhestand, der 45 Jahre lang den durchschnittlichen Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Allerdings werde laut der LBS das Verhältnis dieser Standardrente zum aktuellen Durchschnittsverdienst eines Berufstätigen weiter sinken – künftige Neurentner müssten sich auf ein geringeres Versorgungsniveau einstellen. (te)

Foto: Shutterstock

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