Berlin: Mieten schnellen in die Höhe

Berlin galt einst als günstige Mieterstadt – doch diese Zeiten sind vorbei. Nach Angaben des Portals Immowelt sind die Mietpreise in der Hauptstadt im vergangenen Jahr im Schnitt um neun Prozent gestiegen.

brandenburger-tor-shutt_2328519Demnach wurde ein durchschnittliches Niveau von 7,60 pro Quadratmeter erreicht, was deutlich über dem Bundesschnitt von 6,30 Euro liege. Der vermehrte Zuzug aus dem In- und Ausland sorgt laut Immowelt vor allem in den beliebten, zentral gelegenen Stadtteilen für steigende Mietpreise. In Berlin-Mitte zahlten Mieter inzwischen im Schnitt 11,70 Euro pro Quadratmeter, in Spitzenlagen werde sogar bis zu 24,30 Euro pro Quadratmeter fällig.

Die traditionell kostspieligsten Stadtteile sind nach Angaben des Portals neben Berlin-Mitte auch Wilmersdorf (9,40 Euro) und wegen seiner exklusiven Stadtrandlage Zehlendorf (9,20 Euro). Charlottenburg (8,80 Euro), das Herz des ehemaligen West-Berlins, gehöre dank gründlicher Sanierung seiner Altbauten wieder zu den beliebtesten Wohnorten. Die günstigsten Mietwohnungen finden sich nach den Daten am Nordostrand der Stadt: Knapp unter sechs Euro pro Quadratmeter bezahlten Mieter in Hohenschönhausen und Marzahn. Schlusslicht ist Hellersdorf, wo die Mieten sogar auf 5,20 Euro gesunken seien.

Trendviertel: längst nicht mehr billig

Neu-Berliner suchen sich ihr Zuhause nach Angaben von Immowelt gerne in innenstadtnahen, angesagten Lagen wie dem Prenzlauer Berg (9,20 Euro, plus ein Prozent) im ehemaligen Ostteil der Stadt. Auch das benachbarte Friedrichshain (8,90 Euro, plus zehn Prozent) oder das multikulturelle Kreuzberg (8,40 Euro, plus neun Prozent) legten zu. Zwei andere Aufsteiger, die von attraktiven Innenstadtlagen und buntem Straßenbild profitieren, seien Schöneberg (8,80 Euro, plus elf Prozent) und der Stadtteil Tiergarten (8,60 Euro, plus 14 Prozent), dessen Südteil man vom Potsdamer Platz zu Fuß erreicht. Junge Leute und Kreativschaffende, die sich von einer größeren sozialen Durchmischung angezogen fühlen und günstig, aber zentrumsnah wohnen möchten, bevorzugen laut Immowelt Neukölln (sieben Euro, plus sieben Prozent) und Wedding (6,60 Euro, plus zwölf Prozent).

Auch für Immobilienkäufer bietet die Hauptstadt nach Angaben von Immowelt ein breites Spektrum, allerdings könnten die Preise innerhalb der heterogen beschaffenen Stadtbezirke stark variieren. Die durchschnittlichen Spitzenpreise seien im pulsierenden Berlin-Mitte mit 3.853 Euro pro Quadratmeter (plus 18 Prozent) fällig, wo sich allmählich die letzten Brachflächen mit Großbaustellen für Luxuswohnanlagen füllten. Wer das ruhigere Flair eines stadtnahen Wohnviertels mit Gründerzeitbauten und guter Infrastruktur suche, werde in Charlottenburg (2.548 Euro, plus 21 Prozent) oder Wilmersdorf (2.600 Euro, plus elf Prozent) fündig. Da in beiden Stadtteilen Neubebauung nur begrenzt möglich sei, würden die vorhandenen Objekte immer begehrter. (bk)

Foto: Shutterstock

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