Anzeige
29. Juli 2013, 13:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienkäufer setzen auf hohe Tilgung

Bei der Baufinanzierung setzen die Deutschen aktuell auf eine hohe Tilgungsrate, so das Ergebnis des Dr. Klein-Trendindikators Baufinanzierung (DTB). Zudem steigt der Eigenkapitaleinsatz.

Dr. Klein-Trendindikator BaufinanzierungObwohl das Zinsniveau im Vergleich zum Vormonat leicht angezogen hat, ist die Bereitschaft zu hoher Tilgung ungebrochen. Die durchschnittliche Standardrate legte nach Angaben des Finanzdienstleisters Dr. Klein im Juni um 18 Euro zu. Damit falle für ein Darlehen von 150.000 Euro mit zehnjähriger Sollzinsbindung, einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent und zwei Prozent Tilgung eine durchschnittliche Rate von 573 Euro pro Monat an.

Das Erwerberverhalten wird im Juni laut Dr. Klein durch eine Mischung aus Sicherheitsdenken und Spekulation auf sinkende Zinsen charakterisiert. Der durchschnittliche Tilgungssatz sei von 2,36 Prozent auf 2,44 Prozent geklettert und erreiche damit den höchsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn des DTB im Jahr 2009. Im Vorjahr lag die durchschnittliche Tilgung im Juni bei 2,25 Prozent.

Schnelle Entschuldung angestrebt

“Erwerber setzen durch die höhere Tilgung auf Sicherheit, da sie sich so schneller entschulden können”, so Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG, Lübeck. Für ein risikoaverses Finanzierungsverhalten stehe auch der Anstieg des eingesetzten Eigenkapitals von 21,43 Prozent auf 23,35 Prozent. Vor dem Hintergrund fehlender Anlagealternativen sei dies der zweithöchste Eigenkapitalanteil seit Aufzeichnungsbeginn des DTB.

Je höher das eingebrachte Eigenkapital ist, desto weniger Darlehen ist notwendig. Dementsprechend ging der durchschnittliche Beleihungsauslauf von 78,57 Prozent auf 76,65 Prozent zurück. Aufgrund des erhöhten Eigenkapitaleinsatzes sank die durchschnittliche Darlehenshöhe um 5.000 Euro auf 161.000 Euro.

Die Spekulation auf sinkende Baufinanzierungszinsen nimmt nach Beobachtung von Dr. Klein zu. „Damit steigt allerdings nicht die Risikobereitschaft, wie der Anstieg von Eigenkapitalanteil und Tilgungsrate zeigen“, so Gawarecki.

Durchschnittliche Laufzeit sinkt

Die durchschnittliche Sollzinsbindung ging von zwölf Jahren auf elf Jahre und sieben Monate zurück. Im Vorjahresvergleich lag sie noch bei 13 Jahren und einem Monat. „Hintergrund dieser Entwicklung ist wahrscheinlich der Anstieg der Finanzierungszinsen um 30 bis 40 Basispunkte je nach Zinsbindung und die Aussage des EZB-Präsidenten Mario Draghi, dass die Schlüsselzinsen in der Eurozone noch für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben“, schätzt Gawarecki die Lage ein.

Der Anteil von Annuitätendarlehen mit einem festen Zinssatz ging im Juni den Angaben zufolge leicht von 71,46 Prozent auf 69,45 Prozent zurück. Im Gegenzug stieg der Anteil von Darlehen mit einem variablen Zinssatz von 1,14 Prozent auf 1,35 Prozent.

Demgegenüber sichern sich Anschlussfinanzierer, deren Finanzierung in den kommenden Monaten oder Jahren zur Verlängerung ansteht, das aktuelle Zinsniveau für die Zukunft. Der Anteil der Forward-Darlehen legte von 10,72 Prozent auf 12,47 Prozent zu. (bk)

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Dr. Klein-Trendindikator Baufinanzierung

Quelle Grafik: Europace/Dr. Klein,  Foto: Shutterstock

 

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...