Anzeige
28. November 2013, 14:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GdW: Koalitionsvertrag gefährdet den Wohnungsbau

Der Koalitionsvertrag belastet die Wohnungswirtschaft einseitig, kritisiert der GdW Bundesverband. Die geplanten Maßnahmen würden den Wohnungsbau nicht fördern, sondern im Gegenteil drosseln.

Mietpreisbremse

Nach Ansicht des GdW Bundesverbands wird der Wohnungsbau durch die geplanten Maßnahmen von Union und SPD nicht gefördert.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen bemängelt die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahmen für den deutschen Wohnungsmarkt als kontraproduktiv.

“Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sorgt für eine negative Zukunftsperspektive in der Wohnungswirtschaft”, erklärt Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. “Die Wohnungsunternehmen sind in Deutschland diejenigen, die mit ihrem nachhaltigen Geschäftsmodell für bezahlbaren Wohnraum sorgen – und mit den nun geplanten Maßnahmen werden sie genau daran gehindert und dazu noch bestraft. Insbesondere die degressive Abschreibung für den Mietwohnungsbau, die nun entgegen aller vorherigen Zusagen doch nicht in Verbindung mit der Mietpreisbremse umgesetzt werden soll, wäre die einzige Maßnahme gewesen, um die Wohnungsknappheit in Ballungsgebieten zu lösen. Anstatt den notwendigen Wohnungsneubau zu fördern, wird er so komplett abgewürgt.”

Gefahr der Überregulierung

Der GdW-Chef warnt vor einer bevorstehenden Überregulierung der Branche: “Mietendeckel im Bestand und bei der Wiedervermietung in Kombination mit einer Absenkung des Mieterhöhungsanspruchs bei Modernisierung auf zehn Prozent und der Befristung bis zur Amortisation der Modernisierungskosten werden Investitionen in die Sanierung und den Wohnungsneubau bremsen”, so Gedaschko. Die künftig fehlende Wirtschaftlichkeit von Modernisierungsmaßnahmen im Mietwohnungsmarkt werde sich bereits kurzfristig in einem drastischen Rückgang der Investitionstätigkeit niederschlagen.

“Das Verhältnis von Ansprüchen an die Energieeffizienz von Wohngebäuden und der dafür vorgesehenen Förderung ist im Koalitionsvertrag schlicht und ergreifend realitätsfern”, kritisiert Gedaschko. Um die Klimaziele zu erreichen, werde es nicht ausreichen, lediglich das KfW-Programm zur energetischen Sanierung aufzustocken. Dringend notwendig wäre eine Ausstattung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms mit jährlich mindestens zwei Milliarden Euro und zusätzlich eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung.

Einige Aspekte des Koalitionsvertrags beurteilt der GdW positiv. “Wir begrüßen ausdrücklich, dass für die Städtebauförderung insgesamt 600 Millionen Euro zusätzlich und damit insgesamt 700 Millionen Euro jährlich bereit gestellt werden sollen”, so der GdW-Chef. Das Programm Soziale Stadt als Leitprogramm der sozialen Integration weiterzuführen sei ebenfalls begrüßenswert. Sehr positiv sei auch die Absicht der Koalitionäre zu bewerten, dass wieder Mittel für den altersgerechten Umbau zur Verfügung gestellt werden sollen. “Das ist ein längst überfälliger Schritt”, so Gedaschko. Angesichts der steigenden Zahl älterer Menschen seien dringend mehr altersgerechte Wohnungen nötig.

Baukosten senken

Nach dem Willen der Koalitionäre soll darüber hinaus eine Baukostensenkungskommission eingesetzt werden – dies wurde seit langem von der GdW-Wohnungswirtschaft gefordert. “Hohe Baukosten sind eine massive Bremse für den dringend benötigten Wohnungsneubau in den Ballungsgebieten”, erklärte der GdW-Chef. Von 2000 bis 2012 seien die Baukosten insgesamt um 28,6 Prozent gestiegen. Der Preisdruck gehe dabei eindeutig von den Materialkosten aus, besonders stark seien auch die Preise für Materialien zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden gestiegen. (bk)

Foto: Shutterstock

 

Anzeige

2 Kommentare

  1. Warum mit der Gießkanne degressive Afa, was Unmengen Steuergelder verschwenden würde, gegen ein strikt regionales Problem angehen? Die flächendeckende Mietpreisbremse ist derselbe Unfug. Es liegt an den betrofffenen Kommunen, hierauf zu reagieren, z.B. durch die Ausweisung von Bauland, die Erleichterung von Gescho0wohnungsbau, der Umwidmung von Bürogebäuden in Wohnungen, etc. und nicht an Bundespolitikern, einen Rasenmäher einzusetzen.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 11. Dezember 2013 @ 14:21

  2. es wurde mal wieder die chance vertan, den wohnungsbau mit einer degr. AfA zu fördern. Statt zu regulieren sollte man lieber Investoren bedenken

    Kommentar von Schütz — 11. Dezember 2013 @ 10:10

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

bAV-Reform vor allem für Niedrigverdiener attraktiv

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) sieht in der Einigung der Koalitionsfraktionen auf eine Stärkung der Betriebsrente vor allen Dingen Vorteile für Niedrigverdiener sowie kleine und mittlere Unternehmen.

mehr ...

Immobilien

Bank of America stößt Vonovia ab

Aktien von Vonovia sind nicht mehr Teil des Portfolios der Bank of America, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorgeht. Zuvor war die Bank einer der größten Aktionäre des Immobilienunternehmens.

mehr ...

Investmentfonds

BNP Paribas bündelt Privatkunden- und institutionelles Geschäft

Unter der Marke BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) führt der Assetmanager der BNP Paribas Gruppe ab dem 1. Juni 2017 seine Investmentlösungen für institutionelle und private Investoren zusammen.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Prospekthaftung: BaFin gibt Entwarnung – ein wenig

Die BaFin hat gegenüber Cash. zu einem BGH-Urteil Stellung genommen, das einen von ihr geprüften Fondsprospekt mit deutlichen Worten kassiert hatte und damit auch Fragen zur Rechtssicherheit aktueller Emissionen aufwirft.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...