Anzeige
15. November 2013, 16:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mietpreisbremse: Immobilienbranche erwartet weniger Wohnungsbau

Die künftige große Koalition will die Lage am deutschen Wohnungsmarkt durch Einführung einer Mietpreisbremse entspannen. Die deutschen Immobilienunternehmen fürchten, dass dies zu einem Rückgang von Investitionen in den Ballungsräumen führt, so eine aktuelle Umfrage.

Wohnungsmarkt

Nach Einschätzung der deutschen Immobilienbranche entlastet eine Mietpreisbremse die Wohnungsmärkte nicht.

Die Immobilienbranche erwartet überwiegend negative Auswirkungen von der geplanten Mietpreisbremse für die Neuvermietung, auf die sich Union und SPD geeinigt haben. Weniger als 20 Prozent der Immobiliengesellschaften sind der Meinung, dass dieses Instrument im Großen und Ganzen nur wenige negative Auswirkungen haben wird.

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Beratungsunternehmens Dr. Zitelmann PB, an der sich insgesamt 238 Vertreter von Immobilienunternehmen beteiligt haben. Befragt wurden unter anderem Projektentwickler, Investoren, Wohnungsgesellschaften und Makler.

Rückgang von Investitionen

“Die Immobilienbranche glaubt nicht, dass mit den Maßnahmen attraktiver und bezahlbarer Wohnraum in den Ballungsräumen geschaffen wird. Dies ist aber ein Ziel der geplanten Maßnahmen”, so Dr. Rainer Zitelmann, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Jeder zweite Befragte rechne dagegen damit, dass der Wohnungsbau in den Ballungsräumen erheblich zurückgehen werde und zwar auch dann, wenn gleichzeitig Steuervorteile – etwa eine degressive AfA – gewährt würden. 77 Prozent aller Befragten erwarten zudem, dass Wohnungseigentümer vor der Wiedervermietung weniger in die Sanierung von Wohnungen investieren. Bei den befragten Wohnungsgesellschaften sind sogar 82 Prozent dieser Meinung.

“Die geplante Mietpreisbremse verunsichert die Branche erheblich und hat schon jetzt erste Auswirkungen”, ergänzt Zitelmann. Der Umfrage zufolge sind 53 Prozent aller Befragten der Meinung, dass Wohnungsbauträger ab sofort sehr zurückhaltend beim Erwerb neuer Grundstücke sein werden, bis klar ist, wie die gesetzliche Regelung genau aussehen wird.

B-Standorte und Privatisierer profitieren

41 Prozent der Befragten erwarten, dass Wohnungsinvestoren künftig stärker in B-Städten investieren werden, die nicht von der Regelung betroffen sind oder in einfachen Lagen mit hohem Cashflow.

“Wohnungsgesellschaften werden wieder sehr viel stärker in die Privatisierung gehen, also Wohnungen an Mieter, Kapitalanleger und Selbstnutzer verkaufen”, so Zitelmann. So seien 61 Prozent der Wohnungsgesellschaften der Meinung, dass zusätzliche Ertragsquellen, insbesondere aus der Privatisierung, an Bedeutung gewinnen, da allein aus der Vermietung weniger Erträge generiert werden können.

Rund 65 Prozent aller Befragten glauben zudem, dass Wohnungsbesitzer im Bestand nun häufiger und kontinuierlicher die Mieten anheben werden, da nach Einführung einer Mietpreisbremse bei Neuvermietungen weniger Spielraum besteht.

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Olaf Scholz’ Rentenpläne: Für DIA eine “unverantwortliche Vorfestlegung”

Die rentenpolitischen Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz sorgen für deutlichen Widerspruch. Nachdem sich bereits Union und Grüne heftig über den Vorschlag echauffierten, warnt nun das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) deutlich vor Steuererhöhungen zur Finanzierung der künftigen Renten.

mehr ...

Immobilien

LBS: Nur jeder dritte Immobilienkäufer zahlt Maklergebühr

Der Kauf einer Immobilie ist mit einer Reihe von Nebenkosten verbunden. In jedem dritten Fall wird nach einer Analyse der LBS neben der Grunderwerbsteuer auch Maklergebühr fällig. Ist die Vergütung gerechtfertigt?

mehr ...

Investmentfonds

Absolute-Return-Strategien verlieren relativ an Bedeutung

Die Nachfrage nach Absolute-Return-Strategien und alternativen UCITS-Fonds wächst kontinuierlich und damit auch das von ihnen verwaltete Kapital. Das sind Ergebnisse einer Studie von Lupus alpha, die auch aufdeckt, warum klassiche Absolute-Return-Fonds relativ an Bedeutung verlieren, obwohl auch sie wachsen:

mehr ...

Berater

Firmenkunden erwarten digitale Lösungen

80 Prozent der kleinen Unternehmen und Gewerbekunden in Deutschland nutzen inzwischen Online-Banking. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Star Finanz, einem Anbieter von Online- und Mobile-Banking-Lösungen. Bei Star Finanz wird erwartet, dass sich der Digitalisierungsgrad im Firmenkundengeschäft weiter erhöhen wird. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Zweitmarkt-Schuldverschreibung von Secundus

Die Secundus Erste Beteiligungsgesellschaft mbH emittiert das „SubstanzPortfolio 3“. Investiert wird unter anderem in Zweitmarktanteile der Anlageklassen Immobilien, Schiffe, Flugzeuge, Erneuerbare Energien und Private Equity/Infrastruktur.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...