Anzeige
3. November 2015, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnhochhäuser in Deutschland: Aufstrebendes Segment

Seit drei Jahren ist ein deutlicher Trend zu beobachten: Deutschland entdeckt die Wohnhochhäuser wieder. Dabei entstehen nicht nur Gebäude, die das Stadtbild mitprägen, sondern durch die Namensgebung auch Adressen, die im Gedächtnis bleiben. Die Beyerle-Kolumne

Wohnhochhäuser

“Die Idee vom Wohnturm wird derzeit global umgesetzt. Aktuell sind in Deutschland 43 Wohntürme in Bau beziehungsweise in der fortgeschrittenen Planungsreife.”

Der Markt für Wohnimmobilien kannte in den letzten fünf Jahren nur eine Richtung: nach oben. Gemeint ist mit diesem Analystensprech gemeinhin die Preisentwicklung ab einem bestimmten Stichtag.

In der Tat sind die Preise für Häuser und Wohnungen in den Metropolregionen und insbesondere in den angesagten Vierteln dieser Städte seit 2011 zunächst verhalten, dann aber doch immer schneller gestiegen.

Streben in die Höhe

Doch mit dieser Entwicklung nach oben, geht seit nunmehr drei Jahren auch ein sichtbares Streben in die physische Höhe einher – quasi gen Himmel.

Deutschland entdeckt die Wohnhochhäuser wieder. Gemäß dem Motto: Wenn unten alles enger und teurer wird, ist Platz nach oben. Aktuell sind 43 sogenannte Wohntürme in Deutschland in Bau beziehungsweise in der fortgeschrittenen Planungsreife.

Zahlreiche Türme im Entstehen begriffen

Die Aufzählung von Frankfurt (12) über Berlin (14), Düsseldorf (6), Stuttgart (3), Hamburg (2) und Köln (2) sowie je ein Projekt in München, Ingolstadt, Freiburg, Münster und Kassel, zeigt freilich auch, dass es sich nicht nur um eine Entwicklung in den großen Metropolen handelt. München gleichwohl ist noch immer gefangen in der Lex “nichts darf höher als die Frauenkirche sein um den Föhnblick auf die Alpen nicht zu verstellen”.

Neu ist die Idee sicher nicht, seit Fritz Langs “Metropolis” (1927) und der Vorstellung wie man in der Zukunft wohnt. Aber es scheint ein neues – preislich und sozial determiniertes Zeitalter angebrochen zu sein.

Deutsche haben lange gefremdelt

Eine deutsche Innovation? Sicherlich nicht, die Idee vom Wohnturm wird aktuell global umgesetzt. In Deutschland hat man lange damit gefremdelt, weil man mit Wohntürmen soziale Brennpunkte verknüpft.

Ursprünglich waren diese Wohntürme in den 1960er- und 1970er-Jahren wie in Köln Chorweiler oder in der Berliner Gropiusstadt für die Mittelschicht konzipiert. Doch die Familien zogen es dann vor, ein Haus mit Garten zu haben. Danach sind diese Siedlungen sozial erodiert.

Solvente Zielgruppe

Ganz anders die aktuellen Projekte, die auf eine kaufkräftige Klientel zielen. Im Frankfurter Bankenviertel gibt es derzeit rund 800 Wohnungen in Hochhäusern, weitere 600 sind geplant, selbstverständlich wird auch hier der größte Wohnturm der Republik entstehen.

Die Zielgruppe sind meist Singles und Leute mit Berufen, in welchen sie viel unterwegs sind, wie etwa Piloten oder Unternehmensberater, sowie die sehr heterogene Gruppe der sogenannten “Best Ager”.

Geschätzte 70 Prozent der Käufer finanzieren diese Apartments, die pro Quadratmeter zwischen 5.000 und 14.000 Euro ohne Highend-Küche kosten, direkt von ihrem Girokonto. Es geht also um vermögende Kunden und damit um eine klar abgegrenzte Klientel, welche nicht dem Scheitelpunkt der Gauß’schen Normalverteilungskurve entspricht.

Identitätsstiftende Namen

Was positiv hervor sticht, ist das Naming, also die identitätsstiftende Namensgebung dieser Objekte. In Deutschland gab es bisher keine Kultur, sich mit einem Gebäude und mit einer Adresse zu identifizieren – Bankenviertel oder Hafen City beschrieben eher nüchtern einen Tatbestand der Verortung und weckten im schlimmsten Fall negative Emotionen.

Beim “Henninger Turm” (Frankfurt), den “Friends” (München), dem “Pandion d’Or” (Düsseldorf), den “Königskindern” (Düsseldorf), der “Cloud Seven” (Stuttgart) und dem “Max & Moritz” (Berlin) werden sofort Bilder erzeugt, die sich über einen gewissen Zeitraum sicherlich nicht nur als geographische Koordinaten in den Köpfen der Taxifahrern einschleichen.

Dr. Thomas Beyerle ist Managing Director und Leiter der Researchabteilung bei der Catella Property Valuation GmbH.

Foto: Christian Daitche

 

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kfz-Ersatzteile: GDV sieht “monopolartige” Strukuren

Bemerkenswerte Preisentwicklung bei Kfz-Ersatzteilen: So sind etwa Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden. Von August 2017 bis August 2018 im Schnitt um vier Prozent, Scheinwerfer sogar um sieben Prozent. Das geht aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank Audatex hervor.

mehr ...

Immobilien

Energieeffizientes Bauen zahlt sich nicht immer aus

Energieeffizientes Bauen entlastet den Geldbeutel privater Bauherren – was Politik und Hersteller häufig versprechen, trifft in der Praxis nicht immer zu. Die Verbraucherschutzorganisation nennt Tipps, damit sich Energiemaßnahmen wirklich lohnen.

mehr ...

Investmentfonds

So behalten Sie den Überblick über ihr Depot

Chaos im Depot, einseitige Anlagestrategie oder noch gar kein Depot? Wer sein Depot aufräumen oder neu aufbauen will, muss wissen wie. Dafür hat Stiftung Warentest eine Anleitung in vier Schritten erstellt und eine Übersicht über 18.000 Fonds und ETFs.

mehr ...

Berater

Keine Angst trotz Provisionsdeckel

Das nennt man wohl ein Remis: 47,2 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) gehen davon aus, dass die Auswirkungen eines Provisionsdeckels sie kaum treffen würde. Dagegen erwarten 30,3 Prozent spürbare Auswirkungen, für 22,5 Prozent wäre es hart oder sehr hart. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Verbands.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Mietrecht: Was da ist, muss bleiben

Sind bei der Besichtigung einer Mietwohnung noch Gegenstände oder Einbauten des bereits ausgezogenen Vormieters vorhanden, kann der neue Mieter verlangen, dass diese auch bleiben. Macht der Vermieter den Mieter nicht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ein Gegenstand nicht zur Wohnungsausstattung gehört, schließt ihn der Mietvertrag automatisch mit ein. So entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Amtsgericht Nürnberg hinsichtlich einer vom Vormieter zurückgelassenen Markise.

mehr ...