2. August 2016, 09:00
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Erstmals negativer Effektivzins für Sanierungsdarlehen

Nachdem die Zinsen deutscher Staatsanleihen immer weiter in den tiefroten Bereich abrutschen und die Frustration von Anlegern ansteigt, freuen sich Kreditnehmer bei der Förderbank KfW neuerdings über negative Effektivzinsen, wenn es um das Thema Haussanierung geht. Ein Kommentar von Sascha Anspichler, geschäftsführender Gesellschafter bei der FP Asset Management GmbH.

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Viele Makler zweifeln an der Rentabilität energetischer Sanierungen.

Wer sein Haus energieeffizient sanieren möchte, zahlt bei der KfW für eine zehnjährige Zinsfestschreibung zwar einen jährlichen Sollzins von 0,75 Prozent. Durch den Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent weist die Berechnung der KfW jedoch einen negativen Effektivzins aus.

Auf den ersten Blick scheint die Botschaft für Immobilienbesitzer klar zu sein: Saniere deine Immobilie und sichere dir den doppelten Vorteil aus Energie- und Zinsersparnis. Doch diese Zinsersparnis hat ihre Schattenseiten. Die Kosten für Handwerksleistungen und für Baumaterialien sind wegen des Immobilienbooms in den letzten Jahren in die Höhe geschnellt. Wer seine Immobilie energetisch sanieren möchte, sollte daher nicht nur auf den Zins und die Energieersparnis schauen.

Energetische Sanierungen können sich erst später auszahlen

Die die Rohstoffpreise niedrig sind, können sich energetische Maßnahmen erst nach einigen Jahrzehnten rechnen. Wer eine Immobilie bereits in wenigen Jahren verkaufen möchte, könnte feststellen, dass die Sanierung nicht die gewünschte Wertsteigerung mit sich bringt, die Maßnahme also unwirtschaftlich war. Ein potenzieller Käufer wird getroffene Maßnahmen oder Reparaturen nicht zu hundert Prozent bezahlen wollen, wenn er ohnehin plant, an- oder umzubauen und die kürzlich sanierte Substanz ganz oder teilweise verändern wird.

Eigentümer von Mietimmobilien sollten zudem Mietausfälle oder Mietminderungen für die Dauer der Sanierung einkalkulieren. Auch Mieterwechsel sind bei einer aufwendig oder langwierig zu sanierenden Immobilie keine Seltenheit.

Fazit: Nicht der Zins allein bestimmt die Wirtschaftlichkeit einer Investition. Fallende Zinsen haben zu steigendem Nachfrageverhalten bei den Verbrauchern geführt – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preise von Dienstleistungen und Materialien. Daher sollte die individuelle Situation im Fokus stehen.

Foto: Shutterstock

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