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7. Oktober 2016, 09:33
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Immobilienkäufer müssen für ihre Scheidung vorsorgen

Beim Kauf der gemeinsamen Immobilie denken Paare ungern an eine mögliche Scheidung. Die Folgen hat eine Studie von Immobilienscout24 untersucht.

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Die gemeinsame Immobilie kann im Scheidungsfall zum finanziellen Alptraum werden.

Mögliche Konsequenzen für die gemeinsame Immobilie bei einer Scheidung müssen vor der Anschaffung bedacht werden. Doch daran wollen beim Kauf nur die Wenigsten denken. 75 Prozent der Befragten haben dies weder gedanklich durchgespielt, noch vertraglich beispielsweise in Form eines Ehevertrages festgehalten.

Wie verfahren ehemalige Paare mit der gemeinsamen Immobilie nach ihrer Trennung? Dazu befragte die Innofact AG im Mai 2016 im Auftrag von Immobilienscout24 1.018 Personen ab 35 Jahren, die in Trennung oder Scheidung leben und zum Zeitpunkt der Trennung eine gemeinsame Immobilie besessen haben.

Scheidungsrate steigt

2015 wurde in Deutschland etwa jede dritte Ehe geschieden. Viele Paare schaffen es laut Immobilienscout24 noch nicht einmal bis ins verflixte siebte Jahr. Ältere Paare würden immer häufiger kurz nach der Silberhochzeit die Ehe auflösen. Wenn die Beziehung scheitert, kann die gemeinsame Wohnung oder das Haus zur Kostenfalle werden.

Königsweg Ehevertrag

Im Ernstfall würden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung drohen. Klare Verhältnisse gibt es nach Angaben von Immobilienscout24 selten, nur dann, wenn das Paar eine Aufteilung von Gütern und Vermögen in einem Ehevertrag vereinbart hat. Doch in Deutschland sei das Konzept Ehevertrag bis heute nicht en vogue.

Die Studie zeigt, dass nur jeder vierzehnte der Befragten in einem Ehevertrag regelt, was mit der gemeinsamen Wohnung im Fall einer Scheidung passiert. Höher sei die Quote bei relativ frischen Ehen: 13 Prozent aller 35- bis 45-jährigen würden in einem Ehevertrag regeln, wer die Wohnung nach der Scheidung verlassen muss. Etwa ein Viertel der Studienteilnehmer habe mündliche Vereinbarungen getroffen.

Zum Streit komme es nach einer Trennung vor allem wegen finanzieller Angelegenheiten (25 Prozent). Mehr Einigkeit besteht darüber, ob man die Immobilie nach der Scheidung verkaufen oder vermieten sollte, oder wer in der Immobilie nach der Scheidung wohnen bleiben darf; nur acht und sechs Prozent würden über diese Fragen streiten. Über 52 Prozent aller Befragten waren sich schnell einig, was mit der Immobilie nach der Scheidung geschehen soll.

Gemeinsame Immobilie mit dem neuen Partner?

Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) lehnen laut Studienergebnissen eine neue gemeinsame Immobilie mit dem künftigen Partner ab. Vor allem die älteren und einkommensschwächeren (unter 1.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen) Studienteilnehmer reagieren mit 61 und 64 Prozent ablehnend auf den Gedanken.

Generell würden Jüngere den Abschied von der gemeinsamen Wohnung bei Scheidung pragmatischer angehen. Mehr als die Hälfte der 35- bis 45-jährigen sehe optimistisch in die Zukunft und könne sich vorstellen, mit einem zukünftigen Partner eine neue Immobilie zu erwerben.

Bei knapp der Hälfte der Befragten wurde laut Immobilienscout24 während des Entscheidungsprozesses ein Anwalt eingeschaltet und 58 Prozent aller Befragten empfanden den Prozess um die gemeinsame Immobilie mindestens als belastend.

Vorsorge für den Trennungsfall

Damit der Abschied von der gemeinsamen Immobilie nach einer Scheidung kein Albtraum wird, rät Immobilienscout24 dazu, vor dem Immobilienkauf mit dem Partner über mögliche Konsequenzen zu reden. Idealerweise sollte ein Ehevertrag abgeschlossen werden und besonders Geringverdiener sollten den Immobilienkauf sorgfältig vorbereiten. (kl)

Foto: Shutterstock

 

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