19. Oktober 2017, 16:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Die Wohnimmobilienpreise steigen weiter. In einigen Märkten zeichnet sich aber bereits ab, dass die Geschwindigkeit, mit der die Preise wachsen, abnimmt. Der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise Region Nord/Ost hat die Wohnimmobilienmärkte in Dresden, Hamburg, Hannover und Berlin untersucht.

Haus-geld-rechner-rendite-shutterstock 561042823 in Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Auch im Norden und Osten Deutschlands verteuern sich Wohnimmobilien weiterhin.

Die Preise für Wohnimmobilien in den nördlichen und östlichen Metropolregionen Deutschlands steigen weiter – im Vergleich zum vorigen Quartal allerdings verhältnismäßig moderat. Den höchsten Anstieg verzeichnet der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI) Region Nord/Ost für Eigentumswohnungen in Hannover mit 3,41 Prozent. Verglichen mit dem dritten Quartal 2016 ziehen die Preise fast überall um einen zweistelligen Prozentbereich an.

Dresden: Auswirkungen des Wohnraummangels

“Es gibt viel, viel zu wenig Angebot an Wohnraum in Dresden. Das gilt besonders für neue Immobilien. Es dauert sehr lange, bis Baugebiete ausgewiesen werden – und das erschwert auch den Vorratsbau”, sagt Sebastian Mosch, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein.

Für kleinere Häuser ist laut Mosch die Lage noch angespannter als für Wohnungen: Derzeit gebe es kein Gebiet, in dem Einfamilienhäuser errichtet werden können. “Weil das Angebot an Neubauten die Nachfrage bei weitem nicht befriedigt, weichen viele Interessenten auf Bestandsimmobilien aus. Bestehender Wohnraum ist in Dresden deutlich günstiger als neuer.”

Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage wachse immer weiter. “In Dresden siedeln sich zunehmend große Unternehmen und Institute an, die gute Arbeitsbedingungen und -perspektiven bieten. Für den Immobilienmarkt heißt das: Immer mehr Leute investieren in die eigenen vier Wände – und sie können höhere Summen zahlen”, so Mosch.

“Immobilien in B-Lagen gehen mittlerweile für ähnliche Preise weg wie sie vor wenigen Jahren noch in A-Lagen aufgerufen wurden”, ergänzt Mosch. Im Schnitt würden Wohnungen 8,31 Prozent mehr als im Vorjahresquartal kosten, Ein- und Zweifamilienhäuser 4,31 Prozent. Der Medianpreis für Dresdner Eigentumswohnungen habe im dritten Quartal 2017 2.182 Euro pro Quadratmeter betragen, für Häuser liege er bei 2.113 Euro pro Quadratmeter.

Hamburg: Wenig Bewegung am dem Häusermarkt

Die Spanne für gezahlte Wohnungspreise im dritten Quartal stagniert laut Dr. Klein in der Metropolregion Hamburg, sie reicht wie in den Monaten zuvor von 535 bis 11.221 Euro pro Quadratmeter. Das günstigste Haus koste 538 Euro pro Quadratmeter, das teuerste 7.642 Euro pro Quadratmeter – das sei deutlich weniger als in den Vorquartalen, in denen Häuser Spitzenpreise von bis zu 11.520 Euro pro Quadratmeter erzielt hätten.

Der Medianpreis von 3.669Euro pro Quadratmeter für Wohnungen liege rund 100 Euro über dem des Vorquartals, sei aber auf ähnlichem Niveau wie vor einem Jahr. Für Häuser würden Käufer oder Bauherren im Schnitt 2.529 Euro pro Quadratmeter zahlen und damit nur vier Euro pro Quadratmeter mehr als im zweiten Quartal 2017.

Für Wohnungen müssten Interessenten eine Teuerung von 2,63 Prozent zum Vorquartal und 8,19 Prozent zum Vorjahresquartal in Kauf nehmen. Häuser würden 1,27 beziehungsweise 10,34 Prozent mehr kosten.

Hannover: Markt wächst weiter

Der Markt für Wohnimmobilien schwächt sich in der Region Hannover laut Dr. Klein weder bei Häusern noch bei Wohnungen ab. Die Wohnungspreise würden von Juli bis September 14,41 Prozent über denen im Vorjahresquartal liegen (3,41 Prozent über den Preisen von April bis Juni), für Häuser müssten die zukünftigen Besitzer mit 11,7 Prozent mehr rechnen als im letzten Jahr (0,58 Prozent mehr als im Vorquartal).

Der gemittelte Quadratmeterpreis für Häuser durchbreche in Hannover erstmals die 2.000-Euro-Marke, während der Medianpreis für Wohnungen,  mit momentan 2.257 Euro pro Quadratmeter, schon seit dem zweiten Quartal 2016 darüber liege. Auch in diesem Quartal werde das teuerste Wohnhaus für 6.000 Euro pro Quadratmeter verkauft. Eigentumswohnungen würden diesen Preis zum zweiten Mal in Folge nicht mehr erreichen.

2017-Q3 DTI Nord Ost CMYK 300 in Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Berlin: Abgebremster Preisanstieg

Wohnimmobilien in Berlin verteuern sich laut Dr. Klein im Vergleich zum Vorquartal langsamer: Die Kaufpreise für Wohnungen sind um drei Prozent gestiegen, die für Häuser um 1,13 Prozent. Im Vergleich zum dritten Quartal 2016 hätten die Wohnungspreise um 18,63 Prozent zugelegt, die für Häuser 10,1 Prozent. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

LV-Provisionsdeckel: Mögliche Auswirkungen in verschiedenen Szenarien

Bereits vor einem Jahr hat die zeb Unternehmensberatung aufgezeigt, wie sich in unterschiedlichen Szenarien eine Obergrenze bei den Abschlussprovisionen für Lebensversicherungen auf die Vergütung von Versicherungsvermittlern auswirken würde.

Gastbeitrag von Fabrice Gerdes und Dieter Kipp, Unternehmensberatung zeb

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

Vier Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Investoren müssen nachhaltiges Verhalten nicht auf ihren Alltag beschränken. Fondsmanager können bei der Auswahl von Aktien und Anleihen vier Wege gehen, um den CO2-Abdruck ihres Fonds zu verringern. Auch die Entscheidungen eines Unternehmens und die Unternehmensführung können sie beeinflussen.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...