Anzeige
5. Juli 2017, 11:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzprodukte: So schützen Sie sich vor unseriösen Angeboten

Derzeit scheinen sich die Anrufe und Emails, in denen Anlageprodukte mit attraktiven Renditeversprechen angeboten werden, bei vielen potenziellen Anlegern zu häufen. Die Finanzaufsicht Bafin warnt auf ihrer Website explizit vor unseriösen Produktanbietern. Wie Anleger dubiose Offerten erkennen.

Rolf-Tilmes in Finanzprodukte: So schützen Sie sich vor unseriösen Angeboten

Rolf Tilmes, Financial Planning Standards Board Deutschland: “Angestrebte Rendite sollte erstes Warnsignal sein.”

“Dass solche Vorfälle aktuell zunehmen, ist vermutlich kein Zufall“, meint Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB). “Denn die Zinsen und Renditen sind auf Grund der extrem expansiven Geldpolitik sehr niedrig, während zugleich Aktien nicht mehr günstig sind.“ Zehnjährige Bundesanleihen bringen momentan gerade Mal rund 0,4 Prozent, und bei Tagesgeld liegt das Maximum, das Anleger als Neukunden herausholen können, bei rund einem Prozent – und das dann oft nur für einige Monate. Diese Situation bedeutet vor allem eines: Anleger werden sich künftig mit niedrigeren Renditen begnügen müssen. „Angesichts dieser Situation ist verständlich, dass Anleger für Finanzangebote, die höhere Renditen versprechen, besonders sensibel und offen sind“, sagt Tilmes, der auch wissenschaftlicher Leiter des PFI Private Finance Institute / EBS Finanzakademie der EBS Business School, Oestrich-Winkel, ist.

Trau, schau, wem

Aus diesem Grund sollten Anleger bei allen Anlageprodukten aktuell sehr genau hinsehen. “Ein erstes ganz wichtiges Warnsignal ist die angestrebte Rendite”, sagt der Finanzexperte. “Verspricht heute jemand Renditen im zweistelligen Bereich, dann kann dies nur bedeuten, dass der Initiator extreme Risiken eingeht oder unseriös ist.” Tatsächlich gibt es derzeit kaum Möglichkeiten, zweistellige Renditen auf seriösem Wege oder ohne extrem hohe Risiken zu erwirtschaften.

Aber auch wenn keine utopischen Renditeversprechungen gemacht werden, sollten Anleger vorsichtig sein. Das gilt gerade bei Angeboten, die per Telefon oder Email zu ihnen gelangen, und wenn der Initiator oder Emittent eines Anlageprodukts unbekannt ist. In diesem Fall können sich Anleger bei der BaFin informieren. Dort gibt es eine Datenbank, in der jene Unternehmen aufgelistet sind, die eine Erlaubnis der BaFin oder einen Prospekt von der Aufsicht gebilligt bekommen haben. “Allerdings muss man hier bedenken, dass dies noch nichts über die tatsächliche Qualität eines Anlageprodukts aussagt”, warnt Tilmes.

Eigene Internet-Recherche kann helfen

Zusätzlich kann es deshalb hilfreich sein, selbst im Internet zu recherchieren und herauszufinden, welche Erfahrungen andere Anleger mit einem bestimmten Produkt oder dem jeweiligen Anbieter gemacht haben. Allerdings bietet auch das letztlich keine Garantie für die Seriosität oder die Qualität eines Produkts. Deshalb sollten Anleger noch weitere grundsätzliche Ratschläge befolgen. “Beispielsweise sollten Sparer immer dann besonders vorsichtig sein, wenn sie zu einer raschen Entscheidung gedrängt werden”, so Tilmes weiter. “Das Gleiche gilt, wenn sie dazu aufgefordert werden, Geld ins Ausland zu überweisen.”

Und schließlich sollten sich Anleger bei jeder Entscheidung stets die Grundlagen der Geldanlage in Gedächtnis rufen: Nämlich nur das zu kaufen, was sie wirklich verstehen, stets auf die Kosten zu achten und breit zu streuen, um die Risiken im Gesamtportfolio zu reduzieren. “Wer ganz sichergehen möchte, der sollte sich aber an einen professionellen CFP-Finanzplaner wenden”, so Tilmes Fazit. Diese vom FPSB Deutschland zertifizierten Finanzexperten genießen die anerkannt beste Ausbildung in diesem Bereich und sind den Ethikgrundsätzen des Verbandes verpflichtet. Sie haben deshalb die Expertise, ihre Kunden tatsächlich vor unseriösen Produkten zu schützen. (fm)

Foto: EBS

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

1 Kommentar

  1. Offensichtlich hat der selbsternannte Experte ebenso wie die bankengesteuerte BaFin keine Ahnung was der Markt hergibt und wie die Banken mit den Geldern der Tagesgeld- oder Festgeldkunden in Märken wie Forex oder fast-trading Traumrenditen erzielen und auch noch die Frechheit besitzen die “Gebühren der Marktlage anzupassen”.

    Kommentar von Andreas Müller — 6. Juli 2017 @ 11:54

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Die Hitliste der Autoknacker: Alle 30 Minuten ein Auto

Autodiebe haben im vergangenen Jahr rechnerisch etwa alle 30 Minuten einen kaskoversicherten Pkw gestohlen. Nach dem neuen Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kamen im Laufe des Jahres 2017 insgesamt 17.493 Pkw ihren rechtmäßigen Besitzern abhanden.

 

mehr ...

Immobilien

Immobilienverband: Mieten in kleineren Städten ziehen kräftig an

Nach Einschätzung des Immobilienverbands IVD ziehen auch die Mieten in kleineren Städten deutlich an. Dort kostet Wohnen zwar noch deutlich weniger – jedoch steigen die Mieten auch dort aktuell rasant an.

mehr ...

Investmentfonds

Italien sieht kein Risiko durch höhere Schulden

Italiens Finanzminister Giovanni Tria verteidigt den italienischen Haushaltsplan für der EU-Kommission. Tria ist bewusst, dass die Pläne den Stabilitätskriterien widersprechen, ändern wolle er sie deshalb trotzdem nicht. Seine Entscheidung begründet er heute in Brüssel.

mehr ...

Berater

Bankenverband: Stresstest hat Stärken und Schwächen

Der Bankenverband BdB dämpft die Erwartungen an den diesjährigen Banken-Krisentest der europäischen Aufseher. So seien Stresstests keine Wunderwaffe, wie der BdB am Montag in Frankfurt erklärte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kein Prospekt: BaFin untersagt Holz-Investment

Die Finanzaufsicht BaFin hat das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt.

mehr ...

Recht

Einmal Teilzeit und zurück? So funktioniert die Brückenteilzeit

Der Bundestag hat das neue Gesetz zum Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit verabschiedet. Arbeitnehmer in Unternehmen ab 45 Angestellten können ab 2019 die so genannte Brückenteilzeit wählen. Arbeitsrechtsexperten der Arag haben das Gesetz unter die Lupe genommen.

mehr ...