Anzeige
30. April 2018, 16:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Büroknappheit – unterschätzte Gefahr für die Wirtschaft

Der Bau von neuen Gewerbeimmobilien steht gerade in den Ballungszentren im ständigen Konkurrenzkampf mit Wohnimmobilien. Aufstrebende Unternehmen haben deshalb oft nicht die räumlichen Möglichkeiten zu expandieren. Die zunehmende Büroknappheit stellt eine ernstzunehmende Gefahr für die gesamtdeutsche Wirtschaft dar. Ein Gastbeitrag von Lukas Pieczonka, McMakler

McMakler By-Jonas-Friedrich Lukas Pieczonka Portrait-Kopie in Büroknappheit – unterschätzte Gefahr für die Wirtschaft

Lukas Pieczonka, McMakler: “Die Immobilien, die 2018 fertiggestellt werden sollen, sind bereits zu 60 Prozent vermietet.”

Wirtschaftsimmobilien werden immer beliebtere Investitionsobjekte, das zeigt das aktuelle Frühlingsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Im letzten Jahr stieg die Investitionssumme um enorme 9,8 Prozent. Das entspricht einem Wert von 58,1 Milliarden Euro, von dem allein 24,4 Milliarden Euro in Büroimmobilien investiert wurden. Über die Hälfte davon wurden in den sogenannten sieben A-Städten investiert, dazu zählen Berlin, München und Hamburg. Trotzdem warnt der Präsident des ZIA, Andreas Mattner, dass sich die Büroknappheit in den Metropolen immer weiter verschärfen wird.

Konkurrenzkampf zu Wohnimmobilien macht Büroimmobilien-Segment zu schaffen

Die Problematik der Büroimmobilien liegt nicht darin, dass es keine Investoren gibt, sondern vor allem im Konkurrenzkampf zu Wohnimmobilien. Bauprojekte im Bereich Wohnen werden staatlich weiterhin priorisiert. Aufgrund des vom BMAS vorhergesagten Bevölkerungsanstiegs ist dies verständlich, allerdings werden wirtschaftliche Aspekte außen vorgelassen. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert, dass die Zahl der Bürobeschäftigten weiter steigen wird. So sind die Beschäftigtenzahlen in den Metropolen München und Berlin seit 2013 um jeweils 13 und 17 Prozent gestiegen.

Andreas Schulten, Vorstand der Bulwiengesa AG, macht deutlich: “Die zunehmende Büroverknappung kann deutliche Konsequenzen für die wirtschaftliche Entwicklung der Städte haben. Unternehmen könnten gezwungen sein, bestehende Expansionen zu verschieben oder neue Flächen an anderen Standorten anzumieten.”

Der Konkurrenzkampf lässt sich auch an der Bodenflächennutzung Deutschlands erkennen. Wo im bundesdeutschen Durchschnitt die Bilanz nicht schlecht ausfällt, ist der Blick in die Wirtschaftszentren eher mäßig vielversprechend. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass den 13.669 Quadratkilometer an Wohnbaufläche knapp über 6.000 Quadratkilometer Industrie- und Gewerbefläche gegenüberstehen. Wobei Bürofläche nur ein Anteil der Gewerbefläche ausmacht.

Problem der Vorvermietung

Die Zahlen der Großstädte zeigen aber ein anderes Bild. In Hamburg gibt es fast zweieinhalb Mal so viel Wohnbaufläche wie Industrie- und Gewerbefläche. In Berlin sind es sogar mehr als drei Mal so viel Wohnbaufläche. Demzufolge stellen die Immobilienweisen in ihrer Frühjahrsprognose auch einen Rückgang von 16,5 Prozent bei der Fertigstellung von Bürofläche fest. Neben dem Mangel an Neubauten haben gerade junge Unternehmen das Problem der Vorvermietung. So sind 2017 nur ein Viertel der entstandenen Flächen überhaupt als Leerstand ausgeschrieben. Die mangelnde Bautätigkeit und Vorvermietung mindert also zwangsläufig den allgemein zugänglichen Leerstand, der in einer Gefahr für das Wachstum resultiert.

Seite zwei: Berlin kämpft extrem niedrigen Leerständen

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Risiko-LV: Kunden gewinnen, Abschlussquoten steigern

Risiko-Lebensversicherungen machen laut Branchenzahlen mehr als ein Fünftel des Neugeschäftes der deutschen Lebensversicherer aus. Was Anbieter tun können um sich im Wettbewerb erfolgreich aufzustellen, hat das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen untersucht.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Was Bella Italia noch retten kann

Italien ist praktisch pleite und braucht eine europäische Lösung. Eine italienische und damit finale Euro-Krise ist aller Voraussicht nach nicht das, was Brüssel will. Die Halver-Kolumne 

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...