Wohnimmobilien: Deutsche wollen neue Wohnungspolitik

Die Bundesbürger klagen über das zu geringe Wohnungsangebot, fordern einen rigideren Umgang mit fehlbelegten Wohnungen und vertrauen den privaten Wohnungsunternehmen, ausreichend Wohnraum zu schaffen. Das und mehr geht aus einer aktuellen Civey-Umfrage hervor.

Laut der Umfrage von Civey ist aktuell jeder siebte Deutsche auf der Suche nach einem neuen Haus oder einer Wohnung.

Die repräsentative Umfrage der Meinungsforscher von Civey wurde durch den ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. in Auftrag gegeben.

Ihr zufolge wollen die Deutschen passende staatliche Unterstützung für einkommensschwache Haushalte und den Wohnungsbau und setzen dabei neben dem geförderten Wohnungsbau zunehmend auf Mietzuschüsse als Problemlösung.

„Mehrere Politiker haben bezahlbaren Wohnraum als soziale Frage unserer Zeit bezeichnet. Das zeigt die hohe Relevanz dieses Themas.“, erklärt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

Da die angespannten Märkte viele Menschen vor Probleme stellen eine Wohnung zu finden, herrsche dringender Handlungsbedarf. Die Immobilienbranche brauche bessere politische Rahmenbedingungen und weniger Regulierung und Ideologie, um schneller, effizienter und intelligenter bauen zu dürfen.

Jeder Siebte auf Wohnungssuche

Mattner sagt: „Die angespannte Stimmung erzeugt hitzige Diskussionen, die wir dringend führen müssen. Dennoch müssen wir auch auf sachlicher Ebene Lösungen finden.“

Der Umfrage zufolge befinden sich aktuell 14,7 Prozent aller Befragten auf der Suche nach einem Haus beziehungsweise einer neuen Wohnung. Besonders in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen sei der Anteil an Wohnungssuchenden mit 30,5 Prozent besonders hoch.

Zudem seien „Arbeitslose/Nichterwerbspersonen“ vergleichsweise häufig auf der Suche (27,6 Prozent). „Daraus können wir bereits sehr gut die Zielgruppe von neuem Wohnraum ablesen, nämlich bezahlbare Wohnungen für einkommensschwächere Haushalte sowie junge Familien und Berufseinsteiger„, erklärt Rolf Buch, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Wohnen.

Kritik an Objektförderung

„Diese Zielgruppen sind es aber auch, die durch das mangelnde Angebot drohen verdrängt zu werden. Aus diesem Grund setzen wir uns für eine lebendigere Grundstückspolitik der Kommunen, effizientere Prozesse und mehr Freiheiten in der Projektentwicklung ein. So können wir die Anzahl fertiggestellter Wohnungen in allen Regionen Deutschlands deutlich erhöhen“, meint Buch.

Mehrere Teilnehmer betrachten die starke Alleinstellung der Objektförderung in Deutschland, also den sozialen Wohnungsbau, kritisch und befürworten dementsprechend weitere Maßnahmen. So halte jeder vierte Befragte (25,2 Prozent) Mietzuschüsse, also Subjektförderung, für geeigneter.

Sowohl Objekt- als auch Subjektförderung wollen 11,6 Prozent. Jeder dritte Erwerbslose (34,8 Prozent) halte reine Subjektförderung für das bessere Instrument.

Seite zwei: Zusatzabgabe für Mieter in Sozialwohnungen

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