Berlin baut – nicht!

Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg bemängelt eine Lücke beim kommunalen Wohnungsbau. Was nun gefordert wird.

Bausenatorin Katrin Lompscher liegt ein Bericht vor, der ein erhebliches Defizit beim öffentlichen Wohnungsbau ausweist. Dieser Bericht, so schreibt die Berliner Morgenpost, kommt zu dem Schluss, dass die selbstgesteckte Marke für den Wohnungsneubau verfehlt wird. Bis 2021 sollten ursprünglich 30.000 neue Wohnungen im Landesbesitz gebaut werden.

Forderung nach neuer Wohnungspolitik wächst

„Es wird höchste Zeit, dass die Wohnungspolitik in Berlin Chefsache wird. Nicht erst mit den nun vorliegenden Zahlen ist klar, dass wir in Berlin unter einer grundlegend falsch akzentuierten Wohnungspolitik leiden.

Statt sich in ideologischen Gefechten über Enteignungen und Mietendeckel zu verfangen, müssen alle Kräfte auf den Wohnungsneubau ausgerichtet werden.

Ansonsten wird sich die soziale Schieflage auf dem Berliner Wohnungsmarkt weiter verschärfen“, konstatiert Susanne Klabe, Geschäftsführerin des BFW Landesverbandes Berlin/Brandenburg e.V.

„Wir brauchen eine deutliche Stärkung der zuständigen Verwaltung zur zügigen Abwicklung der Bauanträge und eine weitsichtige Liegenschaftspolitik, die mit Maß und Klugheit bezahlbares Bauland zur Verfügung stellt.“

Neubauzahlen werden nicht erreicht: Lücke zwischen Angebot und Nachfrage

Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg kritisiert seit längerem insbesondere die verfehlte Wohnungspolitik des Senats: So wurden die für die wachsende Stadt erforderlichen Neubauzahlen von rund 20.000 Wohnungen pro Jahr schon in der Vergangenheit sehr deutlich um mehr als 4.000 Wohnungen verfehlt. Die Zahl der Baugenehmigungen sinkt seit dem Jahr 2017.

Völlig inakzeptabel ist auch die lange Bearbeitungszeit von Bebauungsplänen von durchschnittlich neun Jahren.

„Die rasant wachsende Lücke zwischen Nachfrage und Angebot, die mittlerweile einem tiefen Graben gleicht, verdeutlicht, dass staatlicher Wohnungsbau nicht geeignet ist, das aktuelle Problem des Mangels zu lösen, im Gegenteil.

Die private Bauwirtschaft in Berlin steht bereit, auch die öffentlichen Wohnungsbauunternehmen beim Erfüllen ihrer Ziele zu unterstützen“, betont Susanne Klabe.

Bauflächen müssen schneller ausgewiesen werden

„Berlin ist in der glücklichen Lage, sich in einer robusten wirtschaftlichen Phase zu befinden. Wir fordern den Regierenden Bürgermeister jetzt mit höchster Dringlichkeit auf, dass er sich dafür einsetzt, dass Bauflächen schneller ausgewiesen werden.

Gerade die private Immobilienwirtschaft, die mehr als 70 Prozent der Neubauwohnungen in Berlin errichtet, würde auch sehr gern für die mittleren Einkommensgruppen bauen. Wirklich nachhaltig und notwendig wäre dafür ein zweiter Förderweg, den der Senat auf den Weg bringen muss.

Und statt den Berliner Haushalt mit Ausgaben von rd. 36 Milliarden Euro für Entschädigungsleistungen unter Druck zu setzen, womit nicht eine neue Wohnung gebaut wäre, könnten mit diesen Mitteln 300.000 geförderte Neubauwohnungen mit Mieten von 6,50 Euro pro Quadratmeter entstehen“, stellt Susanne Klabe klar.

Foto: Shutterstock

 

 

 

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Weitere Artikel
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.