13. Dezember 2019, 14:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Wohnen verkauft 2.142 Wohnungen

Die kommunale Gesellschaft Degewo kauft dem Konzern Deutsche Wohnen 2142 Wohnungen in Berlin ab. Wie die Degewo am Freitag mitteilte, handelt es sich um drei Quartiere in Lichterfelde, Spandau und Schöneberg, die zwischen 1975 und 1993 errichtet wurden und auch 33 Gewerbeeinheiten umfassen. Der Kaufpreis beträgt dem Vernehmen nach 358 Millionen Euro.

Shutterstock 683546386 in Deutsche Wohnen verkauft 2.142 Wohnungen

Die Wohnungen gehörten einst zur landeseigenen Gesellschaft GSW und waren später privatisiert worden. Nun kommen sie zurück in kommunales Eigentum, um langfristig sozialverträgliche Mieten zu sichern. Sie sollen zwischen Herbst 2020 bis Anfang 2021 schrittweise in den Besitz der Degewo übergehen.

Der Wohnungsankauf ist neben dem Neubau und regulierenden Maßnahmen wie dem geplanten Mietendeckel die dritte Säule der Senatsstrategie gegen steigende Mieten. Erst Ende September hatte die kommunale Gesellschaft Gewobag bekanntgegeben, dass sie in Spandau und Reinickendorf 6000 Wohnungen vom Immobilienkonzern AdoProperties übernimmt. Zuvor wurden in diesem Jahr unter anderem größere Wohnungsbestände im Kosmosviertel oder der Karl-Marx-Allee verstaatlicht.

Seit Anfang 2017 kauften städtische Unternehmen mehr als 10 000 Wohnungen auf, die größtenteils in den 1990er Jahren oder später vom Land Berlin zur Schuldentilgung regelrecht verschleudert wurden. Sie stockten ihren Bestand auf mehr als 310 000 Einheiten auf – das sind gut 20 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin. Die Opposition und der Steuerzahlerbund kritisieren die teure Ankaufpraxis. Aus ihrer Sicht wäre das Geld für den Wohnungsneubau besser investiert.

Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller fließen für den Degewo-Deal keine Landesmittel. Der SPD-Politiker sprach von einer guten Nachricht für die betroffenen Mieter. “Unsere Strategie Bauen – Kaufen – Deckeln für mehr landeseigene und bezahlbare Wohnungen geht auf” erklärte er. “Wir werden die Gespräche fortführen und unsere Politik für die Mieterinnen und Mieter Berlins durch den Kauf weiterer Wohnungen fortsetzen.”

Die börsennotierte Deutsche Wohnen ist mit rund 110 000 Wohnungen in und um Berlin größer privater Vermieter in der Hauptstadtregion. Zuletzt war das Unternehmen im rot-rot-grün regierten Berlin wegen seines Umgangs mit Mietern und Mieterhöhungen stark unter Druck geraten. Eine Initiative strengte sogar ein Volksbegehren an, um die Deutsche Wohnen und andere Wohnungskonzerne zu enteignen. Derzeit prüft die Innenverwaltung die Zulässigkeit.

Die Degewo ist mit etwa 75 00 Einheiten die größte der sechs städtischen Wohnungsgesellschaften in Berlin. Der neueste Ankauf sei eine strategische Ergänzung des Bestands, die in die Zukunft weise, erklärte Degewo-Vorstand Christoph Beck. “Als landeseigenes Unternehmen bieten wir so langfristig für weitere über 3500 Berlinerinnen und Berlinern bezahlbaren Wohnraum in beliebten Wohnlagen. Gleichzeitig setzen wir unser Wachstum fort, das wir mit dem Senat vereinbart haben.” (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Frauen arbeiten vor der Rente immer länger

Die Dauer der gesetzlichen Rentenabsicherung vor dem Ruhestand ist bei Frauen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, wie neue Rentendaten zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

mehr ...

Immobilien

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...

Investmentfonds

Warum die Währungsabsicherung von Gold Sinn macht

Nitesh Shah und Pierre Debru, beide führen den Titel eines “Director Research” beim ETP-Anbieter WisdomTree, erläutern, warum der US-Dollar in seiner jetzigen Schwächephase als Absicherung für Gold dienen kann.

mehr ...

Berater

Recruiting: Warum die Story stimmen muss

Vielen jungen Absolventen und Berufseinsteigern gilt die Finanzdienstleistungsbranche zu sehr als “old men network”, sie zieht es zu den vermeintlich jungen und hippen Fintechs. Bei ihren Rekrutierungsbemühungen steht sich die Branche aber auch selbst im Weg.

mehr ...

Sachwertanlagen

Isaria verkauft zwei Wohnanlagen in München an DWS-Spezialfonds

Die Münchner Isaria hat insgesamt 219 Wohnungen für 119,2 Millionen Euro an den Vermögensverwalter DWS für einen institutionellen Spezialfonds veräußert. Das Projekt wird die mittlerweile zur Deutschen Wohnen gehörende Isaria München Projektentwicklungs GmbH im Auftrag der Isaria Wohnbau AG schlüsselfertig erstellen.

mehr ...

Recht

Entscheidung über Wirecard-Verkauf im November?

Der Insolvenzverwalter des Skandalkonzerns Wirecard erwartet für November die Entscheidung über den Verkauf des Kerngeschäfts bei dem insolventen Bezahldienstleister. Das schreibt der Anwalt Michael Jaffé in einem Brief an die Mitarbeiter, über den die “Süddeutsche Zeitung” berichtete.

mehr ...