24. Mai 2019, 07:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dresden verzichtet auf Mietpreisbremse

Im Gegensatz zu vielen anderen Ballungsgebieten sieht die Stadt Dresden keinen Anlass, die umstrittene Verordnung umzusetzen. Die EMV Immobilientreuhandgesellschaft mbH sieht diese Entscheidung anders als die Politik: Warum auch der ostdeutsche Mietmarkt Handlungsbedarf besitzt.

Dresden in Dresden verzichtet auf Mietpreisbremse

Als anerkannte Hausverwaltungsgesellschaft beobachtet die EMV Immobilienteuhandgesellschaft mbH Dresden die Entwicklung des städtischen Wohnungsmarktes intensiv. Umfassende Branchenkenntnisse und Erfahrungen bestätigen:

Obwohl die Lage auf dem ostdeutschen Mietmarkt noch nicht so angespannt ist wie im Westen, zeigt sich ein eindeutiger Trend, der Mieter belastet. In den sächsischen Großstädten, wie Leipzig und Dresden, wurde auf das Inkrafttreten der Verordnung verzichtet, da gegenwärtig noch am Markt bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen.

Experten erwarten weitere Preissteigerungen

Schaut man auf die Entwicklung der Mietpreise in Dresden in den vergangenen Jahren, zeigt sich ein deutlicher Trend. Um ca. 30 Prozent sind die örtlichen Mietpreise in den letzten 15 Jahren gestiegen. Ähnlich sieht die Steigerung in diesem Zeitraum nur in Städten wie München aus. Zu beachten ist aber hier unbedingt der Startpunkt der Mieten, der in Dresden bei ca. 4,50 bis 5,00 Euro lag.

Der durchschnittliche Mietpreis, der nach Angaben von Statista im vergangenen Jahr ein Niveau von rund sieben Euro pro Quadratmeter erreicht hat, scheint laut Landesregierung jedoch keinen Anlass zur Verordnung einer Mietpreisgrenze zu bieten und entspricht dem tatsächlichen Wert einer Wohnung, auch in Bezug auf die durchschnittliche Kaufkraft.

Weiteren Anstieg durch Neubau verhindern

Ein weiterer Anstieg der Mietpreise ist durch intensiven Neubau von Wohnhäusern zu verhindern. Auch der Neubau von Sozialwohnungen durch entsprechende Förderprograme wirkt einer zu steilen Preisentwicklung entgegen. Bauvorschriften sollten vom Gesetzgeber durchgeschaut und “entschlackt” werden, um die Baukosten beim Neubau wirksam zu begrenzen.

Enteignungen oder Neubau durch die öffentliche Hand sind sozialutopische Irrwege und führen zur Einschränkung der Bauwirtschaft und werden damit zur Bremse für Investitionen im Wohnungsbau. Dabei ist auf den Wohnungsbau und die Wohnraumsituation in der DDR zurückzublicken, wo Wohnungen “nichts” kosteten, was zum extremen Verfall der Gebäudesubstanz führte.

Landesregierung sieht keine angespannte Situation

Die Entscheidung zur Einführung einer Mietpreisbremse obliegt der Landesregierung und soll nur in Gebieten mit „angespanntem“ Wohnungsmarkt eingesetzt werden. Entscheidendes Erkennungsmerkmal für solche Orte ist eine Mietsteigerung, die über dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Mit der Mietpreisbremse dürfen die Wohnkosten zu Beginn eines Mietverhältnisses nicht mehr als zehn Prozent über der lokal üblichen Miete liegen.

Es ist richtig, dass man in verantwortlichen Regierungskreisen momentan keinen Grund sieht, mit einem solchen Mittel in den Markt einzugreifen. Die Mietbelastung liege laut Innenministerium weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Zudem befürchten viele Experten, dass die Mietpreisbremse weitere Investitionen in den Wohnungsmarkt hemmen könnte, was für den steigenden Bedarf nach Wohnraum abträglich wäre.

Bisher werden Mieter daher ausschließlich durch reduzierte Kappungsgrenzen vor ausufernden Mieterhöhungen geschützt. In vielen Gebieten darf die Miete bei bestehenden Wohnverhältnissen innerhalb von drei Jahren nur um maximal 15 Prozent anstatt der sonst üblichen 20 Prozent steigen.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

OVB will Expansion und Wachstum vorantreiben

Die OVB Holding AG präsentierte ihren Aktionären auf der Hauptversammlung eine gute vertriebliche Entwicklung und einen planmäßigen Ergebnisverlauf. »Bei der Strategieumsetzung erreichten wir im Jahr 2018 wichtige strategische Fortschritte. Unser Ziel ist es, neue Ertragschancen zu erschließen und unsere Marktposition in Europa weiter auszubauen«, sagt Mario Freis, Vorstandsvorsitzender der OVB Holding AG.

mehr ...

Immobilien

Die Versprechen der Angela M. auf dem Deutschen Mietertag

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel versicherte den 550 Delegierten der örtlichen Mietervereine auf dem Deutschen Mietertag in Köln, bezahlbares Wohnen stehe ganz oben auf der Tagesordnung der Bundesregierung. Ordnungsrechtliche Maßnahmen gegen überhöhte Mieten seien notwendig, „weil wir der Probleme sonst nicht Herr werden.“

mehr ...

Investmentfonds

DWS: Berichte über eine Schwäche des US-Arbeitsmarkts sind stark übertrieben

Zurzeit richten sich wieder einmal alle Augen auf die amerikanische Zentralbank. Deren Ankündigung, drei Jahre nach Beginn der Zinserhöhungen eine Pause einzulegen, trug im Januar 2019 maßgeblich zur Trendwende an den Märkten bei. Als Anfang Mai die erwartete Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ausblieb und die Märkte daraufhin mit erneuten Kursverlusten reagierten, waren es wieder die Worte von Zentralbankern, die für Beruhigung sorgten.

mehr ...

Berater

Urlaub: So kommen Sie sicher ans Ziel

Wenn die Deutschen verreisen, ist das Auto ihr liebstes Verkehrsmittel. 2018 fuhren 41,7 Prozent damit in den Urlaub. Wenn das Urlaubsziel nicht gerade um die Ecke liegt und Kinder an Bord sind, kann die Anfahrt schnell zur Nervenprobe werden. Wie Sie sicher ankommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds-HV: Aktionäre stimmen für weiteren Wachstumsschub

Mit einer Präsenz von rund 78 Prozent des Grundkapitals wurden auf der Hauptversammlung der Lloyd Fonds AG alle Beschlüsse zu den 12 Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten über 98 Prozent gefasst.

mehr ...

Recht

BFW: Enteignete Unternehmen bauen nicht

Berlin hatte vor einigen Tagen, wie von uns berichtet, als erstes Bundesland die Enteignung von Wohneigentum angekündigt. Aufgrund akuten Wohnungsmangels ist das Thema in den letzten Wochen ganz oben auf der Agenda. Nun meldet sich der auch BFW Landeverband Berlin/Brandenburg dazu und warnt davor, große private Wohnungsunternehmen zu enteignen.

mehr ...