13. August 2019, 14:00
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Haus und Grund: “An all dem fehlt es derzeit.”

Enteignung, Mietendeckel und Wohnungsnot – diese drei Themen stehen am Immobilienmarkt im Fokus. Cash.Online nimmt dies zum Anlass und fragt bei Haus und Grund Deutschland – Zentralverband der Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer nach.

Shutterstock 556711954 in Haus und Grund: An all dem fehlt es derzeit.

Was halten Sie generell vom Mietendeckel?

Vom Mietendeckel halten wir gar nichts. Er würde ein wichtiges Steuerungssignal für den Wohnungsmarkt gänzlich außer Kraft setzen: den Preis. Bestraft würden alle Wohnungssuchenden. Es würden nur die Mieter profitieren, die eine mietengedeckelte Wohnung haben.

Mit Blick auf die langfristige Qualität der Wohnungen ist aber auch hier Skepsis geboten. Wer bei steigenden Kosten in Zukunft nicht die Miete anpassen kann, wird gezwungenermaßen bei den Ausgaben für die Instandsetzung sparen. Zudem würden alle Mieter „profitieren“ – auch wohlhabende.

Einige Vermieter haben bekannt gegeben, dass Sie die Mieten vor Inkraftreten nicht Anheben werden. Welche Gründe sprechen aus Ihrer Sicht dafür und welche sprechen dagegen?

Das ist immer eine betriebswirtschaftliche Frage. Diejenigen, die erst vor kurzem die Mieten auf das ortsübliche Niveau gehoben haben, können unter einem Mietendeckel länger aushalten als Vermieter, die bereits länger nicht die Miete erhöht haben und weiter unter der ortsüblichen Miete liegen.

Zu letzter Gruppe zählen häufig private Kleinvermieter.

Der Mietendeckel besitzt das Ziel, dem stetig sinkenden Wohnraum bei zugleich steigenden Mieten in Ballungsgebieten gerecht zu verteilen. Kann eine Festschreibung von Mieten dabei helfen oder führt dies dazu, dass die ohnehin schon aus den Ballungsräumen verdrängten nun weiter an die Ränder gedrängt werden?

Glücklicherweise sinkt das Wohnraumangebot nicht. Es ist aber schlimm genug, dass der Neubau nicht mit dem Zuzug mithalten kann.

Ein Mietendeckel spaltet die Mieter und Wohnungssuchenden in zwei abgeschottete Gruppen. Wohnungssuchende werden kaum eine Chance haben, an beliebte, mietengedeckelte Wohnungen zu gelangen.

Der Ökonom Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel hat den Mietendeckel daher auch als „primitive Fremdenfeindlichkeit“ bezeichnet.

Welche Maßnahmen würden Sie anstelle des Mietendeckels lieber ergreifen? Anders gefragt: Welche Alternativen gibt es aus Ihrer Sicht zum Mietendeckel, die ggf. wirksamer das Problem bekämpfen?

Die Ursache für die Wohnungsknappheit in den Ballungszentren ist die hohe Nachfrage. Das Wohnungsangebot müsste demnach ausgeweitet werden. Das geht nicht über Nacht.

Voraussetzungen dafür sind aber korrekte Preissignale, genügend Bauland, niedrigere Baukosten, weniger Bauauflagen – etwa bei der Dachaufstockung und dem Dachgeschossausbau. An all dem fehlt es derzeit.

 

Foto: Shutterstock

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