Immobilienfinanzierer haben den Blues

Damit geht einher, dass das Neukundengeschäft bezüglich der Volumengrößen kleinteiliger wird. Finanzierungen ab einer Größenordnung von 50 Millionen Euro verlieren mit einem Anteil von 18,8 Prozent (minus 7,7 Prozentpunkte) an Bedeutung und fallen damit auf ein Dreijahrestief. Dagegen nimmt der Anteil der Finanzierungen mit einem Volumen zwischen 10 und 50 Millionen Euro auf 46,9 Prozent (plus 5,7 Prozentpunkte) zu.

Finanzierer in der Kostenfalle: Steigende Liquiditätskosten

Ein weiterer Faktor für das Allzeittief des BF.Quartalsbarometers sind die steigenden Liquiditätskosten für die Finanzierer. Rund 40 Prozent (+14,3 Prozentpunkte) der Institute geben an, dass sich ihre Refinanzierungskosten erhöhen. Vor einem Jahr waren es nur rund zehn Prozent. Demgegenüber stehen aktuell nur rund 13 Prozent (plus 0,7 Prozentpunkte), die von sinkenden Liquiditätskosten ausgehen. „Die Finanzierer geraten hier in eine Zwickmühle. Ihre Refinanzierungskosten steigen, sie können diese aber nicht in Form von höheren Margen an ihre Kunden weiterreichen“, so Sebastian.

Margen und LTC/LTVs bewegen sich seitwärts

Die Entwicklung der Margen und Loan-to-Values (LTVs) sowie Loan-to-Costs (LTCs) bewegen sich im ersten Quartal 2019 im Wesentlichen seitwärts. Die LTVs bei Bestandsimmobilien steigen leicht auf 71,7 Prozent (+0,8 Prozentpunkte). LTCs bei Projektentwicklungen stagnieren auf hohem Niveau bei 73,7 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte). Die durchschnittlichen Margen im Bestand steigen – ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau – um 5 Basispunkte auf 127 Basispunkte. Die durchschnittlichen Margen bei Projektentwicklungen verharren nahezu unverändert bei 197 Basispunkten (minus 1 Basispunkt).

Nachfrage nach alternativen Finanzierungen verdoppelt sich

Während die klassischen Finanzierer also mit verschiedenen Problemen zu kämpfen haben, nimmt die hohe Nachfrage nach alternativen Finanzierungsinstrumenten weiter zu und erreicht ein neues Allzeithoch. So beobachten rund 60 Prozent (plus 9,4 Prozentpunkte) der befragten Institute eine stärkere Nachfrage nach alternativen Finanzierungsformen. Damit hat sich die Nachfrage seit dem zweiten Quartal 2017 nahezu verdoppelt. Mezzaninekapital wird mit einem Anteil von 36,7 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte) weiterhin am häufigsten nachgefragt, gefolgt von Eigenkapital (z.B. Private Equity oder Joint Ventures) mit einem Anteil von 28,6 Prozent (plus 7,5 Prozentpunkte). (fm)

Foto: Shutterstock

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