8. Januar 2019, 08:49
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Microapartments: Weniger Platz, mehr Service

Immobilieninvestments liegen nach wie vor hoch im Kurs. Mittlerweile hat sich im Segment Wohnen mit Micro Living ein besonderer Markt etabliert, der enorme Wachstumschancen bietet. Cash. sprach mit Einar Skjerven, CEO der Skjerven Group, über das Potenzial von Microapartments.

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Einar Skjerven, Skjerven Group: “Ein Micoapartment ist ein hochwertiger Rückzugsort.”

Herr Skjerven, Micro-Living liegt im Trend heißt es allerorten. Aber, wer bitte möchte dauerhaft auf 30 Quadratmeter leben und dafür mehr als 800 Euro Miete zahlen?

Skjerven: Nach unserer Erfahrung, können sich sehr viele Menschen vorstellen, auf kleiner Fläche zu wohnen. Wieviel sie dafür zahlen wollen, hängt immer vom Gesamtangebot und der persönlichen Lebenssituation ab. Je mehr Service und Komfort eine Wohnung bietet, umso größer ist die Gruppe mit hoher Zahlungsbereitschaft. Denn wenn Sie zusätzlich zur Wohnung auch noch großzügig und attraktiv gestaltete Gemeinschaftsflächen, einen Concierge, einen Wäscheservice und diverse Fitnessangebote bekommen, ist das betreffende Angebot eher eine Alternative zu einem Hotelzimmer als zu einer klassischen Wohnung. Mirco-Apartments wenden sich mit einem breiten Service-Angebot an Zielgruppen, die vergleichsweise wenig Zeit für die Organisation ihres Alltags aufwenden wollen, weil sie beispielsweise viel arbeiten.

Und diese Zielgruppen gibt es auch in Berlin?

Skjerven: Ja. Und zwar nicht nur auf dem Papier. Um die Nachfragesituation für unser neuestes Projekt zu messen, haben wir unlängst eines unserer Beautique Apartments auf Immobilienscout24 angeboten. Nach zwei Stunden hatten wir 200 Mieteranfragen und das obwohl die Miete auf den Quadratmeter berechnet bei 25 Euro lag. Die meisten der Interessenten leben aus beruflichen Gründen zeitweise oder dauerhaft unter der Woche in Berlin. Sie arbeiten projektbezogen für IT-Dienstleister oder als Spezialist in einer Klinik oder sind für einige Monate in der Stadt, weil sie Berlin aus einer ganz besonderen Perspektive näher kennenlernen wollen. Wir haben diese mobilen Professionals und Lifestyle Performers schon frühzeitig als Zielgruppe für unsere Micro-Apartments definiert.

Wie aber stellen Sie sicher, dass diese offenbar sehr mobilen Zielgruppen möglichst lang beziehungsweise öfter in einer Immobilie mieten?

Skjerven: Wer möchte, dass die Bewohner länger bleiben, als in den meisten Serviced Apartments üblich, sollte die jeweiligen Wohnungen nur für längere Zeiträume und mit den Ausstattungsmerkmalen einer vollwertigen Wohnung anbieten. Selbst wenn der Bewohner selten kocht, sollte er in der Küche ein vollwertiges Abendessen für ein oder zwei Personen zubereiten können. Und auch die Schlafmöglichkeit muss so gestaltet sein, dass man sich nicht schon nach einer Woche nach Hause sehnt. Wichtig sind zudem Design- und Fertigungsqualität und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Micro-Apartment ist ein hochwertiger Rückzugsort. Sozialer Austausch, Gespräche, gegenseitiges Kennenlernen können dagegen komfortabel in den für alle Bewohner zugänglichen Lounge-Bereichen beziehungsweise in im Haus befindlichen Cafés oder Fitnessräumen stattfinden. Der dortige Wohlfühlfaktor trägt maßgeblich auch zur Verbundenheit der Bewohner mit ihrem zeitweiligen Zuhause bei. Unter optimalen Bedingungen lassen sich durch solche Angebote durchschnittliche Mietzeiten deutlich oberhalb von einem oder zwei Monaten und persönliche Weiterempfehlungen im Bekannten- oder Kollegenkreis erreichen.

Kommen wir zu den für Eigentümer entscheidenden Kennzahlen. Die Mietrenditen für Kapitalanlagewohnungen sind seit Jahren rückläufig. In Berlin beispielsweise werden aktuell kaum 2,5 Prozent erreicht. Welches Angebot können Sie privaten Anlegern machen?

Skjerven: Eine kontinuierliche Vermietung vorausgesetzt sind jährliche Mieterträge von 3,5 Prozent möglich. Das wiederum bedingt einen hohen Bekanntheitsgrad innerhalb der Zielgruppen und eine entsprechende Kundenbindung. Wir schöpfen deshalb die Möglichkeiten der Markenbildung voll aus und wollen durch klares wiedererkennbares Design, Social-Media-Aktivitäten, Veranstaltungen und individuelle Serviceleistungen eine möglichst hohe Identifikation der Bewohner mit der Projektmarke erreichen. Wichtig für private Anleger ist zudem die vergleichsweise geringe Losgröße. Wer 300.000 Euro in eine neuwertige Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnung investieren will, wird in den zentralen Lagen der deutschen Metropolen kaum attraktive Angebote finden. Micro-Apartments sind in dieser Preisklasse beispielsweise in Berlin auch in unmittelbarer Ku’Damm-Lage zu haben. Das Format hat darüber hinaus einige ganz praktische Vorzüge, weil die Anbieter auch Unterstützung bei Einrichtung und Vermietung leisten. So sind Micro-Apartments ein idealer Baustein für den Vermögensaufbau, der sich, wenn die eigenen Kinder eine Studentenwohnung brauchen, gegebenenfalls auch selbst nutzen lässt.

Interview: Frank O. Milewski

Foto: Skjerven Group

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