19. Juli 2019, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nur durch Nachverdichtung werden sich die Preise wieder normalisieren

Der Wohnraummangel in unseren Großstädten ist ein Dauerthema. Schon seit mindestens drei Jahren wird darüber gesellschaftlich immer wieder kontrovers diskutiert, ohne dass wirksame Veränderungen geschehen. Lassen Sie uns daher einmal gemeinsam Gedanken dazu machen, wie das Preiswachstum in unseren Metropolen sich zumindest ein wenig wieder auf ein Normalniveau einpendeln könnte. Ein Gastbeitrag von Patrick Herzog-Smethurst, Geschäftsführer der DKW Gruppe.

Herzog-Smethurst2 in Nur durch Nachverdichtung werden sich die Preise wieder normalisieren

Patrick Herzog-Smethurst, Geschäftsführer der DKW Gruppe.

Es ist nur bedingt sinnvoll, in Großstädten wie München, Frankfurt am Main und Berlin nach den letzten Großflächen zu rufen, die in irgendeiner Weise problembehaftet sind. Mal ist die Eigentumsfrage nicht eindeutig geklärt, ein anderes Mal müsste ein Gelände erst aufwendig dekontaminiert werden.

Neue Konzepte werden benötigt

In einzelnen Fällen gibt es solche „Filetgrundstücke“ noch, sie werden aber immer seltener. Statt danach zu suchen, wäre es für unsere Städte eine enorme Entlastung, dort nachzuverdichten, wo es möglich ist: nämlich im Kleinen.

Längerfristig betrachtet wird insbesondere in den Ballungsgebieten der eigene Pkw eine zunehmend geringere Rolle spielen. Eine verbesserte ÖPNV-Anbindung, mehr E-Bikes und bald auch E-Scooter lassen die Anzahl benötigter Parkplätze schrumpfen.

Gerade in Berlin wurden in der Nachkriegszeit viele Innenhöfe als Parkfläche genutzt. Es wäre ein Leichtes, dort Wohnhäuser zu bauen. Es müssten eben nur Bewohner, örtliche Politik und Entwickler an einem Strang ziehen. Pro Großstadt könnte dieser Weg schon einmal einige tausend Wohnungen schaffen.

Potenzial von einer Million Wohnungen

Das gilt ebenso für den Ausbau von Dächern, wurden doch gerade die klassischen Mehrfamilienhäuser mit Giebeldach mit großen Dachböden ausgestattet, in denen die Bewohner dann in ihren Kammern meistens nur alte Matratzen lagerten. Gegenwärtig wäre der Ausbau von Dachgeschossen eine riesige Chance. Immer wieder ist zu hören, dass solche Planungen an Kleinigkeiten scheitern.

Mal ist ein Dachausbau in ursprünglichen Bauplänen nicht vorgesehen, ein anderes Mal haben Nachbarn Angst vor kurzzeitigem Baulärm. Dabei ist eine wärmeisolierte Dachgeschosswohnung mit entsprechender Raumhöhe gerade bei jungen Leuten beliebt und schafft Platz.

Zählen wir bebaubare Innenhöfe und aufstockbare Häuser zusammen, kommen wir auf ein gigantisches Potenzial von einer Million Wohnungen in unseren Städten. Eine erstaunliche Größenordnung, die gerade vor übertriebenen Preisen und Mieten schützen könnte.

Bundesregierung hinkt eigenen Versprechen hinterher

Die Bundesregierung hatte zu Beginn ihrer Amtszeit versprochen, 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen. Bisher hinkt sie diesem Versprechen deutlich hinterher. Umso wichtiger sind daher regionale Aktivitäten der Städte – auch im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, der weiteren Raum schaffen würde. Jüngsten Zahlen zufolge könnte Berlin in Kürze bis zu 100 Grundstücke aus dem Bundesbesitz erhalten.

Da der Berliner Senat mit seinen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften nicht gleichzeitig so viele Grundstücke bebauen kann, wäre es angebracht, ungenutzte Flächen auch der freien Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Gerade erfahrene Entwickler verfügen über das Know-how, um zügig Wohnraum zu schaffen.

 

Foto: DKW Gruppe.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Verbraucher wissen kaum, was Beratung kostet

Nur wenige Verbraucher kennen die tatsächlichen Kosten bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung. Gleichzeitig sind Nettoversicherungen als Alternative zu Provisionstarifen immer noch nicht in der Breite bekannt. Viele Kunden wissen nicht, ob sie diese Produkte bei ihrem Finanzberater oder ihrer Versicherungsgesellschaft abschließen können.

mehr ...

Immobilien

Gute Alternative: „Grundstücksmiete“ statt Grundstückskauf

Bei steigenden Kosten für Bauland kann ein Erbbaugrundstück eine gute Alternative für Bauherren sein. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds e.V. (BSB). Beim Erbbaurecht wird der Bauherr Mieter des Grundstücks – und nicht Eigentümer.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

“Es stehen noch viele Innovationen aus”

Der Sektor Medizintechnik verzeichnet seit Jahren hohe Wachtumsraten. Cash. befragte Marc-André Marcotte, Partner des Private Equity Teams von Sectoral Asset Management, zu den Perspektiven und was bei Investments in diesen Bereich besonders wichtig ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Investment erwirbt Wohnanlage in Berlin-Neukölln

Die Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft hat in Berlin-Neukölln eine Wohnanlage mit 286 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten auf rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen eines Individualmandats für einen institutionellen Investor, welchen die Deutsche Investment im Verbund mit der EB GROUP betreut. Verkäufer ist eine private Eigentümergemeinschaft. Der Nutzen-/Lastenwechsel erfolgt voraussichtlich zum 1. Oktober 2019. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...