4. Oktober 2019, 07:12
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Tiny Houses als Problemlöser?

Die Wohnraumkrise ist derzeit in aller Munde und Lösungsansätze dringend gesucht. Jürgen Steinhauser von der Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH erteilt einem sehr exotischen Ansatz eine Absage.

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Jürgen Steinhauser

Seit Jahren herrschen in deutschen Großstädten Rekord-Mieten, Eigenheime sind vielerorts kaum noch bezahlbar, eine Entspannung der Situation ist weiterhin nicht in Sicht. Und die Politik? Sie arbeitet sich allenfalls an kleinteiligen Maßnahmen ohne größeren Effekt ab. Wie also soll es weitergehen?
Einen vielversprechenden Ansatz zur Lösung der Wohnraumkrise sehen einige Architekten und eine wachsende Zahl von Liebhabern in sogenannten Tiny Houses (zu deutsch: Minihaus). Die Idee hinter dem Konzept aus den USA ist einfach: Tiny Houses verursachen aufgrund ihrer kleinen Wohnfläche von 15 bis 45 Quadratmetern deutlich geringere Bau- sowie laufende Kosten als konventionelle Immobilienkonzepte, sind dadurch erschwinglicher und können bei Bedarf schnell gebaut werden. Den Befürwortern geht es aber auch um gelebten Minimalismus, Nachhaltigkeit und mitunter auch um ein mobiles Leben – die Bauweise erfordert nämlich wenig Ressourcen und ist leicht genug zum Transport per Anhänger.
Minihäusern erfordern asketischen Lebensstil

Was (für einige) zunächst verlockend klingen mag, kann jedoch keine Lösung für die anhaltende Wohnraumkrise sein. Zum einen, weil man für den Einzug ins Tiny House einen Großteil des Hausstands opfern und auf manchen Komfort verzichten muss, etwa liebgewonnene Möbel oder die Regalwand mit Büchern, aber auch die platzraubende Badewanne und die großzügige Couchecke mit großem Fernsehgerät davor. Zudem müssen sämtliche Neuanschaffungen und auch Geschenke ständig dahingehend hinterfragt werden, ob man überhaupt Platz für sie hat. Ganz zu schweigen davon, dass ein Tiny House nicht genügend Platz und Rückzugsmöglichkeiten für eine Familie bietet.

Statt die Menschen also auf eine Verzichtskultur einzustimmen, sollten die Verantwortlichen in der Politik lieber konsequent Vermieter fördern, die dauerhaft günstigen Wohnraum mit angemessener Wohnfläche anbieten können, weil sie auf eine normale Objektpflege setzen statt auf Luxus.

Autor Jürgen Steinhauser ist Geschäftsführer der Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH.

Foto: Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH

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