7. April 2020, 13:23
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Corona-Krise drückt die Zinsen für Baukredite

Das Corona-Virus (Covid-19) hat die Welt in einen Ausnahmezustand versetzt. Vor allem wirtschaftlich ist es für viele Länder eine Belastungsprobe, darunter auch Deutschland. Freuen können sich jetzt aber Bauwillige, so Town & Country: Die Zinsen für Baukredite werden dank Corona-Krise auf ein historisches Tief gedrückt.

Immobilie-Haus-Wohnen-Bauen-1 in Corona-Krise drückt die Zinsen für Baukredite

Die Bauzinsen sind so niedrig wie nie zuvor.

Wie eine Welle erreichte das Corona-Virus vor ein paar Wochen auch Deutschland und flutete das Land mit einer Vielzahl von Infektionen. Das alltägliche Leben der Deutschen wurde massiv eingeschränkt, nicht zuletzt durch eine allgemeine Kontaktsperre. Auch wirtschaftlich zeigen sich erste Auswirkungen der Krise. An der Börse erreichte der DAX einen noch nie dagewesenen Tiefpunkt. Mittlerweile stehen kleine und mittlere Unternehmen vor der Insolvenz und müssen staatliche Hilfen beantragen. Bei all den negativen Nachrichten der letzten Tage sticht eine positive Meldung zur Baufinanzierung hervor und lässt die Herzen von Bauwilligen höher schlagen: Dank Corona sind die Zinsen für Baukredite erneut gefallen. Noch nie war es so günstig, ein Eigenheim zu bauen.

Wie kommt es zu der Senkung der Zinsen?

Schuld am Allzeittief der Zinsen für Baukredite ist, laut Mirjam Mohr, Vorstandsmitglied der Interhyp-Gruppe, die Verunsicherung am Markt. Nach dem Einbrechen der Aktienmärkte legten viele Investoren ihr Geld in vergleichsweise sichere Staatsanleihen an. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen fiel daraufhin auf ein Rekordtief von – 0,8 %. Zudem senkten Zentralbanken wie die amerikanische Fed den Leitzins drastisch. Dies drückte das Zinsniveau an den Kapitalmärkten insgesamt. Kreditnehmer von Baudarlehen profitieren jetzt davon. Auch Negativzinsen rücken wieder in den Fokus.

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für den Hausbau als jetzt

Bei all der Unsicherheit am Markt ist es der sicherste Weg sein Geld in Immobilien anzulegen und sich endlich das Traumhaus zu bauen, von dem man schon immer geträumt hat. Die Mehrheit der Kreditnehmer kann jetzt ein Darlehen mit einer 10-jährigen Zinsbindung für rund 0,6 % annehmen. Bei guter Bonität können es sogar nur 0,4 % sein. Das ist im Durchschnitt um 0,1 % besser als vor der Corona-Krise. 15 Jahre Zinsbindung bekommt man schon bei etwa 0,5 % Zinsen.

Bleibt es so günstig? Der Trend für 2020

Die Interhyp-Gruppe ist sich sicher, dass es dieses Jahr noch so günstig bleibt. Nur mit einem leichten Anstieg ist zu rechnen, wenn die Bundesanleihen nicht mehr so stark gefragt sind. Negativzinsen sind, außer vereinzelt bei Förderungen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), allerdings erstmal nicht zu erwarten. Andere Experten sehen es nicht so rosig. Der wirtschaftliche Abschwung kann auch auf Seiten der Banken zu einem Anstieg der Risikokosten und damit auch höheren Baufinanzierungskonditionen führen, meint Michael Neumann, Vorstandschef von Dr. Klein Privatkunden. Daher schätzt er die momentane Situation als extrem attraktiv für Bauwillige ein und mahnt, nicht auf noch günstigere Konditionen zu warten.

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Was für ein Unsinn. Wie immer bei Town & Country Propaganda schlecht recherchiert. Für das Interview bzw. den Veröffentlichungszeitpunkt ist Miriam Mohr an ganz anderen Stellen bereits kritisiert worden. Es stammt aus der Pre-Shutdown Ära. Der Markt ist danach stark nach oben gegangen, da weder Sicherheit über die Refi-Möglichkeiten der Banken vorhanden war (Geld fließt Richtung Corona-Hilfen) und zusätzlich die Bearbeitungssituation sich innerhalb Tagen dramatisch verschlechtert hat. Homeoffice, geschlossene Filialen, mangelnde technische und personelle Ressourcen haben vorübergehend zu einer starken Korrektur nach oben geführt. Heute sind wir wieder auf dem Niveau Mitte März.
    Ach ja: Bei wem verbessert die gute Bonität den Zins um 20 bps ? Die ‘Mehrheit’ bekommt eine 10-Jährige für 0,6% p.a. ? 15 Jahre gibt es für 0,5% ? Also besser als die Mehrheit für 10 Jahre. Mutige Aussagen. Bei einer durchschnittlichen Beleihung von aktuell 84,5%…

    Kommentar von Roman Fischer — 18. April 2020 @ 17:35

  2. Wer solche Zinssätze öffentlich verbreitet, kann sicherlich auch einen handfesten Beweis dafür liefern. Zinsen von 0,5% für eine 15-jährige Zinsbindung konnte ich bis dato noch nirgends finden. Für einen konkreten Ansprechpartner dafür wäre ich sehr dankbar.

    Kommentar von Richard Kießling — 14. April 2020 @ 13:51

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