17. Januar 2020, 09:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wo Mieten günstiger geworden ist?

In vielen deutschen Großstädten mangelt es an Wohnraum – die Mieten sind in den vergangenen Jahren teils stark gestiegen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt jedoch, dass der Wohnraum in weiten Teilen des Landes günstiger geworden ist. Grund dafür ist die gute Lohnentwicklung.

Mieten-runter in Wo Mieten günstiger geworden ist?

In 269 von 401 deutschen Kreisen ist das Wohnen zur Miete preiswerter geworden. Der Medianbruttolohn in Deutschland stieg von 2014 bis 2018 um fast zehn Prozent auf 3.312 Euro. Die eine Hälfte der Deutschen verdient mehr, die andere weniger. Gleichzeitig stiegen die Neuvertragsmieten in Wohnungen und Häusern, die nicht zum ersten Mal vermietet waren, um durchschnittlich 8,5 Prozent. 

Eine deutliche Dreiteilung Deutschlands

Besonders in den neuen Bundesländern leben die Deutschen günstiger als noch im Jahr 2014. In Jena beispielsweise sind die Löhne deutlich stärker gestiegen als die Mieten – die Differenz liegt hier bei knapp zwölf Prozentpunkten. Ein Grund: Da auch die Unternehmen im Osten unter dem Fachkräftemangel leiden, orientieren sich die Firmen zunehmend an westdeutschen Löhnen. Anders ist die Lage in Westdeutschland: In vielen Regionen, wie beispielsweise dem nordrhein-westfälischen Hamm, sind sowohl die Bruttolöhne als auch die Mietpreise gestiegen: Wohnen ist dort relativ gesehen also weder teurer noch günstiger geworden. Dagegen sind in Baden-Württemberg und im Süden von Bayern die Mieten wesentlich schneller gestiegen als die Löhne. Vor allem die Bewohner Kemptens sind davon stark betroffen: Die Löhne stiegen zwar um zehn Prozent, die Mieten aber um 33 Prozent. 

Hamburg als Vorreiter

In vielen Großstädten steigen die Mieten schneller als oder gleich schnell wie die Löhne – mit einer Ausnahme: In Hamburg erhöhten sich die Mieten um rund drei Prozent, während die Löhne um knapp neun Prozent stiegen. Denn im Vergleich zu Berlin und München konnte die Hansestadt die immense Nachfrage durch zahlreiche Neubauten decken. Daran könnten sich die anderen Ballungsräume ein Beispiel nehmen: Die hohe Wohnungsnachfrage durch Neubauten ausgleichen und gezielt Haushalte unterstützen, die von der positiven Lohnentwicklung nicht profitiert haben. „Eine allgemeine Wohnungsnot, die weite Teile der Bevölkerung betrifft, sehen wir nicht“, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. „Dennoch bleibt es eine Herausforderung, genügend Wohnraum bereitzustellen.“

 

Mieten2 in Wo Mieten günstiger geworden ist?

Studienautoren sind: Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte, und Pekka Sagner,
Economist für Wohnungspolitik und Immobilienökonomik.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Oliver Bäte, Allianz: “Wollen die Führungsstrukturen immer effizienter machen”

Bei Europas größtem Versicherer Allianz muss sich das Management größere Sorgen um Arbeitsplätze machen als das Fußvolk. Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte will eher beim Management als bei den einfachen Mitarbeitern einsparen.

mehr ...

Immobilien

Inflationsschub dank selbstgenutztem Wohneigentum?

Steigende Löhne im Dienstleistungssektor dürften die Inflation der Eurozone etwas beflügeln. Könnten die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum diesen Trend verstärken?

mehr ...

Investmentfonds

Gold als Safe Haven gegen den drohenden Wirtschafts-Kollaps?

Einige glauben, dass das weltweite Finanzsystem in absehbarer Zeit zusammenbrechen könnte. Auch ohne dieses Horrorszenario macht Gold Sinn, meint Jörg Schulte von der Swiss Ressource Capital AG.

mehr ...

Berater

Händler-Plattform Shopify macht bei Facebook-Währung Libra mit

Die bei Facebook entwickelte Digitalwährung Libra kann nach einer Serie prominenter Abgänge einen Neuzugang vermelden. Die kanadische Firma Shopify, die eine E-Commerce-Software entwickelt, trat am Freitag der Libra Association bei, von der das Projekt verwaltet wird.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP bestückt ihre offenen Spezialfonds mit weiteren Pflegeheimen

Die INP-Gruppe hat durch den Erwerb von vier Pflegeeinrichtungen und Pflegewohnanlagen an verschiedenen deutschen Standorten das Immobilienportfolio ihrer offenen Spezial-AIF für institutionelle Investoren in den vergangenen sechs Monaten weiter ausgebaut.

mehr ...

Recht

Wie Sie Haftungsrisiken mit einer Betriebsaufspaltung verringern

Wer sein Vermögen in den eigenen Betrieb steckt, möchte es vor Haftungsrisiken schützen. Mit einer Betriebsaufspaltung ist das möglich. Doch es lauern auch Fallstricke.

mehr ...