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22. Oktober 2008, 00:00
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Schroders: Asien mit Vorsicht genießen

Asiatische Aktien werden unter dem Einfluss der dramatischen Ereignisse in der anhaltenden Kreditkrise stark unter Druck bleiben, glaubt Luisa Lo, Leiterin Asiatische Aktien beim britischen Investment-Manager Schroders. Obwohl die Region nur zu einem relativ kleinen Teil direkt an der Kreditklemme beteiligt sei, ist sie Lo´s Einschätzung nach vom Ansteckungseffekt betroffen, was zur Abwertung asiatischer Aktien führe.

Wachstum auf Talfahrt, Gewinne enttäuschen

Für den restlichen Verlauf des Jahres 2008 und bis ins Jahr 2009 hinein erwartet Lo eine weitere Wachstumsabschwächung und ernüchternde Gewinne. Die nachlassende Nachfrage von außen mache sich beim exportintensiven Asien bemerkbar. Obwohl es in diesem Jahr bereits zu einigen Gewinnrevisionen kam, seien die Erwartungen beim Konsum immer noch viel zu optimistisch. Das Gewinnwachstum könne sehr leicht ins Negative umschlagen, meint die Asien-Spezialistin.

Systemisches Risiko weiterhin unwahrscheinlich

Zwar rechnet Lo mit einem deutlichen Rückgang beim BIP-Wachstum. Dennoch sei Asien aktuell in sehr viel besserer Verfassung als Ende der neunziger Jahre. Die Region habe im Zuge der damaligen Krise bereits einen eigenen Entschuldungsprozess hinter sich gebracht. ?Daher sehen wir diesmal kein systemisches Risiko. Die Auslandsreserven sind höher, die externe Verschuldung ist niedriger, die Haushaltsbilanzen sind relativ gut und die asiatischen Unternehmen sind disziplinierter?, so die Schroders-Expertin. Zudem ist sie optimistisch, dass sich der Binnenkonsum als langfristiger Wachstumsmotor für die Region behauptet. Dafür sprechen die anhaltende Urbanisierung und die prosperierende Mittelschicht.

Inflation und Geldstraffung auf dem Höhepunkt

Von den Turbulenzen an den Finanzmärkten werden Lo zufolge auch andere positive Faktoren überschattet, wie die fallenden Rohstoffpreise – insbesondere beim Öl. Dennoch glaubt Lo, dass die Inflation und damit auch die Geldstraffung ihren Höhepunkt sehr wahrscheinlich bereits erreicht haben. ?Das müsste der Politik den Spielraum geben, das Wachstum anzukurbeln und die Unternehmensmargen vom Druck zu entlasten?, so die Analystin. (hb)

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