ING: Wenig Hoffnung für deutsche Industrie

Die Researcher der belgischen ING-Gruppe zeigen sich wenig zuversichtlich. Die Lage in der deutschen Industrie verschlechtere sich mit einem alarmierenden Tempo und ein Ende des Niedergangs sei nicht abzusehen.

Im Januar 2009 sei die Industrieproduktion hierzulande so stark eingebrochen wie nie zuvor seit der Wiedervereinigung. Der Wert der produzierten Güter fiel im Verhältnis zum Vormonat um 7,5 Prozent.

„Die Wirtschaftskrise verschärft sich zunehmend. Die Zahlen stellen eine Katastrophe dar“, sagt Carsten Brezski, Senior Economist bei ING Belgium SA. Die Industrieproduktion sei in sechs der letzten sieben Monate gesunken – im Vergleich zu Januar 2008 ein Rückgang um nahezu ein Fünftel (19,3 Prozent). Nach Zahlen von ING ist die Produktion von Halbfabrikaten um 8,1 Prozent und von Investitionsgütern um 12,3 Prozent geschrumpft. Im Baugewerbe sorgten das kalte Wetter und viel Schnee für eine Drosselung der Produktion um knapp acht Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Kleiner Lichtblick

Der Ausblick fällt alles andere als optimistisch aus: „Die Industriebranche wird 2009 massive Wachstumsprobleme erleben“, prognostoziert Brezski. Nach dem katastrophalen vierten Quartal werde das Wachstum auch im ersten Quartal enttäuschen. Einziger Hoffnungsschimmer: Die sogenannte Abwrackprämie der Bundesregierung habe die Automobilverkäufe im Februar 2009 hochschnellen lassen, so der ING-Analyst. Es bestehe daher immer noch die Möglichkeit, dass die Industrieproduktion für Februar und März 2009 positiv überrasche und so den ernsthaften negativen Einschlag der Industriebranche auf die Gesamtwirtschaft wenigstens abfedere. (mr)

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