Umfrage: Renditehunger kommt langsam wieder

Die deutschen Anleger bleiben trotz Aufschwung am Aktienmarkt weiter risikoscheu. Zwar erwartet fast die Hälfte in den kommenden sechs Monaten einen steigenden deutschen Aktienindex und nur 14 Prozent gehen von rückläufigen Notierungen aus. Aber drei Viertel aller Befragten wollen derzeit keine Risiken bei der Geldanlage eingehen.

RisikohungerDas ist das Ergebnis des Anlegerindikators, den Infratest im Auftrag der DZ Bank vierteljährlich erhebt. Dazu wurden 1.026 Personen telefonisch befragt.

Trotz Sicherheitsdenken kommt der Renditehunger

Trotzdem hat unterdessen die Rendite bei der Geldanlage wieder an Bedeutung gewonnen. Während es im April dieses Jahres nur für 66 Prozent der Anleger ein wichtiges Kriterium war, ist die Zahl derer die auf Rendite setzen, inzwischen auf 73 Prozent geklettert. Zugelegt haben auch die Faktoren Einfachheit und Verständlichkeit der Produkte. 83 Prozent der Befragten finden das wichtig. Auf den vorderen Plätzen der Auswahlkriterien rangieren indes weiterhin Sicherheit und Vertrauen (87 Prozent).

Ein weiteres Ergebnis: Zwei Drittel zeigen sich beim Thema Finanzkrise pessimistisch und sagen, dass man sich noch mittendrin befände. Jeder Zehnte sieht sich sogar erst am Anfang der Krise. Nur 25 Prozent der Anleger gehen von einem baldigen Ende aus.

Anleger bevorzugen Garantiezertifikate vor Aktien

Bei den Anlageprodukten ist die Präferenz in Aktien zu investieren, weiter gesunken. Noch im August erklärten 21 Prozent der Befragten, dass Aktien für sie in Frage kämen, jetzt liegt der Wert bei 18 Prozent. Auch Tages- oder Festgeldangebote verlieren in der Gunst der Anleger.

In Zertifikaten investieren die Anleger zwar weiterhin, doch ist der Trend hin zur Sicherheit nicht zu übersehen. 60 Prozent, die über ein Investment in Zertifikate nachdenken, würden ein Engagement in Garantiezertifikate in Erwägung ziehen. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als noch im August. Für die mit einer Teil-Kapitalgarantie ausgestatteten Bonuszertifikate interessieren sich 42 Prozent, ein Plus von sieben Prozentpunkten. (ks)

Foto: Shutterstock

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