Kommalpha-Studie: ETF-Markt ist am Limit

Das Geschäft mit börsennotierten Indexfonds, sogenannten ETFs, hat seit Markteinführung vor knapp zehn Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Sowohl die Produktanzahl als auch das verwaltete Vermögen verzeichneten ein enormes Wachstum. Doch wie viele ETFs braucht der Markt? Mit dieser Frage hat sich das Analysehaus Kommalpha befasst.

Hans-Jürgen Dannheisig, Kommalpha
Hans-Jürgen Dannheisig, Kommalpha

Der deutsche ETF-Markt umfasst inzwischen 14 Anbieter und mehr als 500 Fonds. Ständig kommen neue Produktformen hinzu. „Aus dieser sehr dynamischen Entwicklung ist eine kontroverse Diskussion über die benötigte Anzahl und Art der zusätzlichen ETFs erwachsen. Wann erreicht der Markt eine Sättigung?”, fragt Hans-Jürgen Dannheisig, geschäftsführender Gesellschafter von Kommalpha.

Die Studienergebnisse seines Unternehmens machen deutlich, dass der Bedarf für neue Produkte äußerst gering ist: Nur etwa 20 Prozent der Befragungsteilnehmer sehen weiteres Potenzial. Allerdings unterscheiden sich die Einschätzungen je nach Asset Klasse. So spielen besonders Immobilien und Geldmarkt eine untergeordnete Rolle.

Allgemein sei jedoch eine eindeutige Tendenz zur Marktsättigung hinsichtlich der Produktvielfalt festzustellen, so die Marktforscher. Ein wesentlicher Aspekt sei, dass der Überfluss an Produkten und Anbietern die Gefahr verstärkt, dass die Transparenz des Marktes verloren geht.

Für neue Anbieter scheint der Markt nur noch bedingt Platz zu bieten – beachtliche 91,4 Prozent der Befragten sehen nur geringen oder keinen zusätzlichen Bedarf für weitere Emittenten. Diejenigen, die noch Bedarf für weitere ETFs sehen, betrachten institutionelle Anleger als die stärkste Zielgruppe für neue Produkte. (hb)

Foto: Shutterstock; Kommalpha

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