Anzeige
Anzeige
15. März 2011, 09:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Russlandfonds: Beton und Boliden für den Aufschwung

Die erfolgreichen Schwellenländer Brasilien, China und Indien ziehen Investoren seit Jahren magisch an. Mit Formel Eins und Fussball-WM will Russlands Regierungschef Wladimir Putin nun auch sein Land für Kapitalgeber herausputzen.

Russland-P Ppchen-500-210 in Russlandfonds: Beton und Boliden für den Aufschwung

Text: Marc Radke

Sieht so der Fortschritt im 21. Jahrhundert aus? Premierminister Wladimir Putin schält sich im Rennanzug und mit Schutzhelm auf dem Kopf aus dem engen Cockpit eines französischen Formel-1-Boliden. Seit 2009 ist dies der Arbeitsplatz des ersten russischen Piloten in der Geschichte des legendären Autozirkus, im nächsten Jahr soll bereits der erste Grand Prix des Landes in der 11-Millionen-Hauptstadt Moskau stattfinden. In der Vergangenheit war Ex-KGB-Chef Putin bei seinen alljährlichen Medieninszenierungen meist noch halbnackt mit Flinte und Jagdopfer zu bewundern.

Internationaler Spitzensport soll Profit bringen

Damit nicht genug, fördert der agile Regierungschef ausgewählte Autobauer wie den Newcomer Marussia, der den Schönen und Reichen auf der Welt demnächst exklusive Sportwagen offerieren soll. Über einen Einstieg als Formel-1-Team wird zurzeit intensiv verhandelt. Die Autoindustrie des Landes war bislang eher für klapprige Lada-Einheitsware und geländegängige Lastwagen aus dem letzten Jahrtausend bekannt als für High-End-Boliden, mit denen sich in der höchsten Motorsportklasse mitmischen lässt.

Die Formel 1 ist indes nicht der einzige kapitalistische Spielplatz, auf dem die ehemaligen Kommunisten zukünftig wirken wollen. Der Präsident von Putins Gnaden, Dmitri Medwedew, müht sich unterdessen auf dem Feld des Profifussballs, die heimische Wirtschaft voran zu bringen. Das Staatsoberhaupt kümmert sich mit größtem Engagement um die 2018 anstehende Weltmeisterschaft im eigenen Land und sorgt mit seiner Amtsgewalt dafür, dass die Vorbereitungen nicht ins Stocken geraten.

Putin und Medwedew wollen Russland in ein modernes Land verwandeln. Die Regierung erklärte anlässlich der WM-Vergabe euphorisch, dass dieses Turnier eine segensreiche Erneuerung von Wirtschaft und Gesellschaft bringen werde. Immerhin kalkulieren russische Experten mit Gesamtkosten von rund 40 Milliarden Euro. Vor allem der Bau der Infrastruktur ist in dem größten Land der Welt eine Herkulesaufgabe. Obwohl die Austragungsorte auf Zentralrussland beschränkt sind, plant der Kreml allein für neue Straßen und Schienen Ausgaben in Höhe von 2,4 Milliarden Euro ein, für Flughäfen weitere 1,4 Milliarden Euro.

Der ökonomische Impuls für das frühere Zarenreich ist offensichtlich und spiegelt sich auch am Aktienmarkt wider. Das sieht auch Odeniyaz Dzhaparov, Fondsmanager bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS, so: „Die Fussball-WM 2018 war neben der Akquisition vom Moskauer Milchlieferanten Wimm-Bill-Dann durch den US-Getränkebrauer Pepsico im Dezember der wesentliche Auslöser für die Jahresend-Rallye am russischen Aktienmarkt.“

Seite 2: Russlands Streben nach konkurrenzfähiger Industrie

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...