26. Januar 2011, 15:10
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Deutsche kehren Aktieninvestments den Rücken

Die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds in Deutschland sinkt. Fast eine halbe Million Anleger hat sich einer aktuellen Studie zufolge in den letzten sechs Monaten aus dem Aktieninvestment verabschiedet – und das trotz Aufwärtstrend bei den Kursen.

R Cken-Mann-Winken-127x150 in Deutsche kehren Aktieninvestments den RückenSo ging die Zahl der Anleger, die direkt oder indirekt in Aktien investieren, auf 8,2 Millionen zurück, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) herausgefunden hat. Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2001 bedeute die aktuelle Zahl der Aktionäre einen Rückgang um rund 4,7 Millionen. Im ersten Halbjahr 2010 hatte die Zahl noch bei gut 8,6 Millionen gelegen.

Die Studienmacher bezeichneten die Entwicklung als einen „schweren Rückschlag“ für die Aktienakzeptanz. Zu den Motiven des Rückzugs der Anleger aus ihrem Aktienengagement wurden jedoch keine Fragen gestellt. Das DAI vermutet, dass die eine Gruppe der Anleger verkauft habe, weil der Stand des Deutschen Aktienindex (Dax) bei ihrem früheren Einstieg wieder erreicht wurde und sie sich ‘ohne Verlust’ wieder von ihren Aktien trennen konnten. Die andere Gruppe verkaufte möglicherweise weil sie die aktuelle Marktbewertung für zu hoch hielt.

Insgesamt haben die Kurssteigerungen der deutschen Aktien in den vergangenen beiden Jahren die Aktienakzeptanz der deutschen Privatanleger nicht wesentlich gefestigt, so die Experten des DAI. Vielmehr sei nach wie vor von großer Nervosität und grundsätzlichen Bedenken gegenüber der Aktienanlage bei den Privatanlegern auszugehen.

Von den aktuell 8,2 Millionen Aktienbesitzern sind 2,2 Millionen reine Aktionäre, die ausschließlich direkt in eine Aktie investieren. 4,8 Millionen Anleger halten Aktienfondsanteile und 1,2 Millionen eine Mischung aus beiden Anlagemöglichkeiten. (ks)

Foto: Shutterstock

4 Kommentare

  1. Die Abgeltungssteuer ist sicherlich ein Punkt, den die Anleger in betracht ziehen müssen. Falsch ist es jedoch zu denken, dass statt dessen eine Lebensversicherung oder andere Tagesgeldähnliche Anlagen die bessere Alternative sind. Denn diese Anlagen scheinen den Investoren sicherheit zu siggerieren. Die einzige Sicherheit, die hier gegeben ist, ist die, dass im Alter die finanzielle Armut droht, wenn man nicht überdurchschnittlich hohe Monatsprämien zahlt.
    Wenn man den Leuten also vorrechnet, dass es sinnvoller ist auf 400.000,- EUR Abgeltungssteuer zu zahlen, statt 60.000,- EUR Steuerfrei zu erhalten, dürfte Ihr Argument nicht mehr lange Bestand haben.

    Marco Terracciano

    Kommentar von Marco Terracciano — 4. Februar 2011 @ 13:22

  2. Auf die Idee, dass diese Entwicklung auf die Abgeltungssteuer zurückzuführen ist, ist scheint’s noch niemand gekommen!

    Kommentar von Odysseus — 28. Januar 2011 @ 09:58

  3. In Deutschland sind Aktieninvestments noch nicht vollkommen angenommen worden. Dagegen gibt es in Deutschland mehr Lebensversicherungsverträge als Einwohner.(91 Mio Verträge,Stand:2009) Auf die arbeitnehmende Bevölkerung runtergebrochen bedeutet dies, dass pro Arbeitnehmer mindestens zwei Versicherungsverträge gehalten werden. Versicherungsunternehmen und deren Berater berücksichtigen in weniger als 10% der Fälle die individuell notwendige Rendite des Kunden zur Erreichung der finanziellen Freiheit bis ins hohe Allter. Nach ggf. Steuern (wenn ab 01.01.2005 abgeschlossen) und Inflation ist die Kapitalsumme oder die Rentenleistung so maginal, dass die Altersarmut vorprogrammiert ist. Versicherer/Berater bedenken oftmals nicht, dass die Lebenserwartung stetig steigt (Medizinische Fortschritte ermöglichen ein längeres Leben) und das Kapital somit noch 20-30 Jahre ab Rentenbeginn reichen muss. Eine Untersuchung unserer Firma hat gezeigt, dass bei mehr als dreiviertel der befragten Kunden das prognostizierte Kapital der LVs bei Auszahlung keine 12 Jahre reicht um deren Lebensstandard zu halten. Und dann heisst es nicht nur – “am Ende des Geldes ist noch viel vom Monat da, sondern am Ende des Geldes ist noch sehr langes Leben da”. Aktieninvestments sind keine 100%ige Sicherheit, jedoch ist es 100%ig sicher, dass wenn mit LVs und Sparanlagen fürs Alter vorgesorgt wird, man im Alter finanziell am Ende ist.

    Tipp: Lassen Sie sich Ihre individuell notwendige Rendite errechnen und sichern Sie sich Ihre finanzielle Freiheit bis ins Hohe Alter.

    Kommentar von Marco Terracciano — 28. Januar 2011 @ 09:54

  4. Sehr schade, das der Durchschnittsanleger nie das Durchhaltevermögen hat, um die typische Rendite von 8-10% p.a. zu erreichen.

    Man sollte das einfach mit Geld machen, was man verschmerzen kann – dann ist die Nervosität auch nicht so hoch!

    Kommentar von Onassis — 27. Januar 2011 @ 14:03

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