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12. Oktober 2011, 12:38
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Studie: Deutsche verzichten auf Schwellenland-Party

Obwohl sich das immense Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets wie China, Indien und Brasilien bislang als krisenresistent erwiesen hat, investieren die meisten Deutschen dort nicht. Dies bestätigt eine Studie der Fondsgesellschaft Schroders. Doch nun soll sich ein Wandel abzeichnen.

K Ssner-Achim-Schroders-Teaser-500 in Studie: Deutsche verzichten auf Schwellenland-Party

Deutsche Investoren vernachlässigen die internationale Diversifikation zwar weiterhin, sehen aber gleichzeitig Deutschland weniger als alleinigen Anlagehafen an. Knapp 71 Prozent der von der GfK befragten Haushalte in Deutschland sind vor allem im eigenen Land investiert, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von rund acht Prozent.

Internationale Diversifikation kann Risiken senken und Chancen erhöhen

Dieser Trend wird soll sich in den nächsten zwei Jahren fortsetzen. Nur noch 58 Prozent der Teilnehmer – 14 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr – sehen Deutschland in den kommenden 24 Monaten als ihre bevorzugte Anlageregion.

Mehr als ein Drittel (35 Prozent) ist überwiegend in Europa investiert. Dieser Wert hat im vergangenen Jahr zugenommen. Nun planen aber nur noch 28 Prozent, Investitionen im europäischen Ausland im Laufe der kommenden zwei Jahre vorzunehmen.

Hauptursache ist die Eurokrise: Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer sehen im Auseinanderbrechen der Eurozone das derzeit größte Risiko für Kapitalanlagen. Dieser Wert hat sich seit der letzten Befragung mehr als verdoppelt.

Anleger gehen unnötiges Risiko ein

„Privatanleger sind sich der Gefahren an den Kapitalmärkten zwar bewusst, ziehen aber nicht die richtigen Konsequenzen“, sagt Achim Küssner, Geschäftsführer Schroder Investment Management: „Wer Angst vor einem Euro-Kollaps hat, sollte mehr Geld in anderen Währungsräumen anlegen. Dies wird der Umfrage zufolge zwar zunehmend, aber noch nicht ausreichend getan, so dass die mit einer breiten Diversifikation verbundene Risikostreuung ausbleibt.“

Dennoch zeige die Studie, dass das Vertrauen in andere Länder wächst, so Küssner. China wird von 54 Prozent als ökonomische Supermacht von morgen genannt, plus zwölf Prozentpunkte.

Aber: Nur jeder fünfte Privatanleger plant, noch in diesem Jahr in China anzulegen. Küssner: „Die Anzahl derjenigen, die es nicht als sinnvoll erachten dort Kapital zu investieren ist sogar gestiegen. Dies zeigt, dass vielen Anlegern der Mut für Auslandsinvestitionen fehlt.“

Als Hauptgrund nennen mehr als die Hälfte der Anleger ihren zu geringen Kenntnisstand, gut 45 Prozent scheuen das als zu hoch empfundene Risiko. Eine globale Rezession und hohe Inflationsraten sind weitere wahrgenommene Gefahren.

Angst lähmt Anleger

Die Folge ist Passivität: Der Anteil der Investoren, die nie umschichten, steigt seit 2008 jährlich um fünf Prozent. Ein Drittel erklärt zudem, weniger als noch vor einem Jahr zu investieren. Diversifiziert wird ebenfalls kaum: Nur 21 Prozent der Befragten investieren neben Wohneigentum in mehr als zwei Assetklassen. Viel Geschäftspotenzial für Finanzberater.

„Eurokrise, niedrige Zinsen, Börsenturbulenzen und schlechte Konjunkturdaten in vielen Ländern lassen Investitionen an den Kapitalmärkten derzeit offenbar wenig attraktiv erscheinen. Gerade in einem schwierigen Umfeld sollten Investoren aber die Vorteile breiter Diversifikation und die Expertise erfahrener Fondsmanager nutzen“, so Küssner.

Die USA werden mittlerweile von 45 Prozent der Umfrageteilnehmer als größtes Investitionsrisiko wahrgenommen (Vorjahr 20 Prozent). Für Schroders eine Folge der kürzlichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten durch die Rating-Agentur Standard & Poor’s. (mr)

Foto: Schroder Investment Management

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