17. Februar 2011, 12:12
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Goldman Sachs AM: “Wir haben Bric erfunden”

Cash.: Wie gehen Sie konkret vor?

Rahe: Wir bedienen uns Studien unserer Research-Abteilung und bereiten diese mit plakativen Beispielen für den Vertrieb auf. Kern ist die Frage, wie die Welt zukünftig aussehen wird. Die Schwellenländer werden eine wesentliche Rolle spielen. Und diese Entwicklung beschleunigt sich noch. O‘Neill hat seine Prognose von 2001, dass die Bric-Staaten die industrialisierte Welt bis zum Jahr 2050 überholen werden, jüngst auf 2030 korrigiert. Wichtig ist, Anlegern klarzumachen, dass sich kontinuierliches und antizyklisches Investieren lohnt. Die Bric-Staaten sind das beste Beispiel. Die Kursverluste und die hohe Volatilität zur Zeit der Finanzkrise haben Investoren verunsichert. Bric-Fonds sind aber in dem Jahr nach dem Tief wieder um 100 Prozent gestiegen, auf Sicht von zehn Jahren war der MSCI Bric erfolgreicher als die Schwellenlandbörsen insgesamt oder der Weltindex. Der starke Home-Bias deutscher Anleger ist angesichts der konstant hohen Wachstumsraten in den Schwellenländern irrational.

Cash.: Aktienfonds, die in den Bric-Staaten investieren, konnten zum Teil mehrere Milliarden Euro einsammeln. Wie hat sich denn das Produktangebot Bric und N-11 inzwischen entwickelt?

Rahe: Die Produktvielfalt ist immens gewachsen. Zu einem großen Teil handelt es sich nach wie vor um Aktieninvestments. Aber auch die Staatsanleihen der Schwellenländer sind in den vergangenen Monaten ins Visier von Investoren gekommen. Insbesondere seitdem die Industriestaaten am Tropf der Emerging Markets hängen. Seit der Finanzkrise hat sich einiges umgedreht, vormals sichere Investments gelten nun als riskant und umgekehrt. Dies ist ein weiteres Argument dafür, sein Portfolio hinreichend zu diversifizieren.

Cash.: Wie schaut Ihre Empfehlung aus?

Rahe: Die richtige Mischung muss für jeden Kunden individuell bestimmt werden. Grundsätzlich gibt die Marktkapitalisierung der Assetklassen einen Anhaltspunkt. Rund fünfzehn Prozent entfallen im Equity-Bereich momentan auf Schwellenländer, circa 60 Prozent davon wiederum auf die vier Bric-Staaten. Auf der Bond-Seite machen die aufstrebenden Länder etwa ein Zehntel aus. Wir nehmen an, dass dieser Anteil bis zum Jahr 2030 auf 30 Prozent zulegen wird. Allerdings sind hiesige Investoren selbst von Investitionsquoten, die der aktuellen Marktkapitalisierung entsprechen, noch weit entfernt.

Seite 3: Was bringen Emerging-Markets-Anleihen in Lokalwährung?

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